Ein 27-jähriger Mann aus Schlüsselfeld (Landkreis Bamberg) hat in der Nacht zum 26. August 2012 seinen Vater getötet.

Die Tat erfüllt objektiv zwar die Kriterien eines Mordes. Dennoch wird der junge Mann voraussichtlich nicht für das Schlimmste aller Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden können: Nach den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft leidet er seit Jahren unter Wahnvorstellungen. Er soll sich in einem Zustand der Schuldunfähigkeit befunden haben, als er seinen Vater mit 58 Messerstichen umgebracht hat.

Die Bamberger Justiz führt gegen ihn daher ab Donnerstag kein Strafverfahren durch, sondern ein so genanntes Sicherungsverfahren. An dessen Ende steht mit einiger Wahrscheinlichkeit die dauerhafte Unterbringung des 27-Jährigen in einem Nervenkrankenhaus. Der Antragsschrift zufolge stellt der Mann wegen seiner anhaltenden Erkrankung eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.

Zur Tatzeit soll der Sohn des Opfers eigenmächtig seine Medikamente abgesetzt haben, die er regelmäßig hätte nehmen müssen. In der Folge traten bei ihm offenbar Halluzinationen und Hassgefühle auf, vor allem gegenüber seinem Vater.

Sie sollen ihn in jener Nacht veranlasst haben, mit einem Küchenmesser ins Schlafzimmer des Vaters zu gehen und fast 60 Mal auf den wehrlosen Mann einzustechen. Das Opfer ist dem Obduktionsergebnis zufolge schon nach wenigen Minuten verblutet.

Nach der Tat rief der Sohn selbst die Polizei und ließ sich ohne Widerstand festnehmen. Statt ins Gefängnis kam er in ein Bezirkskrankenhaus.