"Das Wort Anker lässt vermuten, hier würde Schutz für Bootsflüchtlinge geschaffen. Aber das Ziel ist es stattdessen, sie möglichst schnell wieder loszuwerden", kritisierte Mirjam Elsel, im Dekanat Bamberg für Flüchtlingsarbeit zuständig und Organisatorin der Mahnwache. "Anker macht kranker" oder "Flucht vor Hunger anerkennen", stand auf den Plakaten, "Anker macht aus Menschen Zahlen" oder die Forderung: "Individuelle, faire Asylverfahren".

Die Politik der Staatsregierung sehen die Kritiker als grundfalsch. Kleine, dezentrale Unterkünfte hätten sich in der Vergangenheit als Erfolg erwiesen. Integration statt Abschottung, Menschlichkeit statt Abschreckung, faire Asylverfahren - so die Forderungen bei der Mahnwache. Konzepte wie "sichere Herkunftsstaaten" oder "geringe Bleibeperspektive" lehnte Mirjam Elsel ebenfalls ab: "Wir wenden uns gegen Abschiebungen und Arbeitsverbote aus wahltaktischen Gründen." Dafür bekam sie Applaus.

Ein Demonstrationszug "gegen Massenlager und Ankerzentren" ist für Samstag, 8. September, geplant. Der Zug für eine menschenfreundliche Flüchtlingspolitik beginnt um 13 Uhr in der Birkenallee. Dazu laden der Verein "Freund statt fremd", Solidarity4All, die Bamberger Mahnwache, das Netzwerk Asyl und Bildung sowie der Bayerische Flüchtlingsrat ein.