Chansons, Satiren, Humor und Gesellschaftskritik, das alles gekrönt von einem Teufelsgeiger und auf drei Wochenenden verteilt - fertig sind die Fischerei-Festspiele, die vom 31. Juli bis 14. August im Innenhof der Weinwirtschaft Fischerei stattfinden.

Los geht es am Dienstag/Mittwoch, 31. Juli/1. August, mit dem "Fanclub der Sehnsucht", in dem Arnd Rühlmann und Michael Bauer der wundersame Welt des Funny van Dannen widmen. Der deutsche Liedermacher, Schriftsteller und Maler ist seit über 20 Jahren Kult. Seine Songs wie "Nana Mouskouri" oder "Lesbische, schwarze Behinderte" werden von Udo Lindenberg, den Toten Hosen und anderen berühmten Künstlern gecovert.


Mit Spaß und Schmackes

Arnd Rühlmann und Michael Bauer widmen dem schelmischen Barden nun einen ganzen Abend. Mit Spaß und Schmackes musizieren sie dabei auf Gitarre, Keyboard, Glockenspiel, Plastikeimern, Mohrrüben und anderen kuriosen Instrumenten. Sie singen über Fischsuppe, Okapiposter und George Clooney, erzählen Geschichten von Fußball, Nebelmaschinen und Schilddrüsenunterfunktion und fabulieren über unbekannte Pferde, emanzipierte Hühner und die heilende Kraft von blühendem Blödsinn.

Dabei schimmert bei allem - manchmal absurden und manchmal hintergründigen - Humor immer wieder deutliche Gesellschaftskritik durch.Heraus kommt bei dieser wilden Mischung ein Abend voller Witz, Poesie und gnadenloser Ohrwürmer.


Viel schwarzer Humor

"Ich geh zu den Halunken" heißt es dann eine Woche später, 7./8. August, bei Chansons und Satiren von Fritz Graßhoff mit Ursula Gumbsch, Rolf Böhm und Arnd Rühlmann. Der Schriftsteller und Liedertexter Fritz Graßhoff war einer der erfolgreichsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. Für seine "Halunkenpostille" wurde er mit Erich Kästner und Ringelnatz verglichen - und ist heute doch fast in Vergessenheit geraten.

Bekannt wurde er durch Schlager wie "Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise", doch sein eigentliches Metier waren sarkastische Verse im Gewand von Seemannsballaden, Bänkelgesängen oder Varieténummern. Mit spitzer Feder und viel schwarzem Humor spießte er gesellschaftliche Doppelmoral auf, wo immer sich Gelegenheit bot.

Rolf Böhm hat Graßhoffs deftige, urkomische und manchmal derbe Verse kongenial neu vertont und lässt nun gemeinsam mit der wandlungsfähigen Drama-Diseuse Ursula Gumbsch und Grusel-Chansonnier Arnd Rühlmann ein skurriles Panoptikum auferstehen: Da tummeln sich Piraten und Mörder, Huren und Ganoven, Nymphomaninnen und Kannibalen - aber auch so mancher vermeintlich brave Bürger, der es insgeheim faustdick hinter den Ohren hat.


Große Kunst im kleinen Rahmen

Romantische und virtuose Werke von Bach, Mozart, Paganini u. a. gibt es schließlich vom "Teufelsgeiger" Florian Meierott am Dienstag, 14. August. Der Würzburger Violinvirtuose war über viele Jahre ein l"Stammgast" der Fischerei-Festspiele. Nun hat er Sehnsucht nach Bamberg und kommt wieder zurück in die Weinwirtschaft.

Auch heuer bietet der "deutsche Nigel Kennedy" wieder einen Leckerbissen für Liebhaber klassischer Musik. Mit einem virtuosen Recital großer Komponisten wird der vielfach ausgezeichnete Violinist den Innenhof zum Beben bringen. Dabei ist Meierott nicht nur ein grandioser Musiker von Weltrang sondern auch ein bezaubernder Plauderer und präsentiert einmal mehr größte Kunst im kleinen Rahmen. Begleitet wird er von der Pianistin Tatiana Hubert.

Einlass ist jeweils um 18 Uhr, Beginn um 20 Uhr, es herrscht freie Platzwahl. Wer zu spät kommt, kommt zu spät: Nach Vorstellungsbeginn wird niemand mehr eingelassen. Karten im Vorverkauf gibt es in der Weinwirtschaft Fischerei, Telefon 0951/25013, und im Mokka Makan im Vorderen Graben.