"Alle drei Ortschaften waren gigantisch und haben Großes geleistet." Dieses Fazit zieht Kreisfachberaterin Claudia Kühnel; auch im Namen ihrer Kollegen Alexandra Klemisch und Uwe Hoff. Silber für Oberhaid und Brunn, Gold für Oberleiterbach, die Landkreis-Ausbeute beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" auf Bezirksebene kann sich sehen lassen.

Angesichts dessen, dass oberfrankenweit 14 Dörfer aus sieben Landkreisen um vier Tickets für den Landesentscheid konkurriert haben, war es gerade nach 2011 - als es für Mürsbach und Kemmern Gold gab - äußerst unwahrscheinlich, dass Bamberg noch einmal zwei Goldmedaillen holt.

"Zwei Golddörfer aus dem Landkreis Bamberg konnte man sich eigentlich nicht vorstellen", sagt auch Ursula Stark, die sich auch seitens der Gemeinde-Verwaltung maßgeblich bei der Oberhaider Wettbewerbsvorbereitung mit einbrachte. Oberhaid habe jedenfalls sein Bestes gegeben und ist stolz auf Silber. "An den Verbesserungen, die wir auch mit Blick auf den Wettbewerb begonnen haben, werden wir weiter arbeiten, konkret an der Zufahrt zum Dr.-Hau-Platz", erklärt sie zu den Ergebnissen des vom Landwirtschaftsministerium veranstalteten Wettbewerbs.

Bürgermeister Carsten Joneitis betrachtet Oberhaids Abschneiden gleichfalls realistisch. Man habe die Chance beim Kopf gepackt, sagt er. Als so großer Ort, knapp an der Teilnehmergrenze (3500), hatte man es vergleichsweise schwer. Aber Oberhaid habe sich auf sich selbst besonnen und: "Der Wettbewerb war gut für Oberhaid." Er habe gezeigt, dass man für die Zukunft gut gerüstet ist und "war die Arbeit wert, den Leuten hat es Spaß gemacht." Zwei Goldmedaillen in einem Landkreis hält auch er für unwahrscheinlich, "das wäre die Sensation gewesen". Auf die Silbermedaille auf Bezirksebene werden sicherlich bald Tafeln an den Ortsseingängen hinweisen.

Heiligenstadts Bürgermeister Helmut Krämer ist immer noch euphorisch. Für ihn zählt Brunns Silbermedaille auf Bezirksebene schon jetzt zu "den schönsten Erlebnissen" seiner 27 Amtsjahre: "Das hatten wir noch nicht." Als Landrat Johann Kalb ihm das Ergebnis mitteilte, fuhr er gleich mit fünf Flaschen Sekt los. Rund 50 der insgesamt 125 Einwohner waren da, und konnten mit ihm anstoßen. Für eine große Feier war keine Zeit: Denn am Wochenende ist Kerwa und da packen, wie auch sonst, schon wieder alle eifrigst mit an.

Anpacken wird die Marktgemeinde Zapfendorf für Goldmedaillen-Gewinner Oberleiterbach einen Aspekt, mit dem der Gemeindeteil dann im Landeswettbewerb 2017 weiter punkten soll: eine Ladesäule für Elektro-Autos. Das ließ Bürgermeister Volker Dittrich bereits gestern wissen, während er vom "beispiellosen Erfolg" schwärmt. Über den Landrat hatte auch er vom Erfolg erfahren und sich gleich nach Oberleiterbach begeben. Dort gab's sogar ein Extra-Läuten der Kirchenglocken. Vor dem Gemeinschaftshaus wurde im Bioenergiedorf die Gemeinschaftsleistung gefeiert. Abends stieß der Landrat dazu. Von einer hervorragenden Stimmung, Autokorso und Hupkonzert berichtet Obst- und Gartenbauvorsitzender Harald Hümmer für die Dorfgemeinschaft. "Die Mühen haben sich gelohnt, es wurden sehr viele Projekte umgesetzt." Im September geht es an Pläne fürs nächste Jahr, zusammen mit der Kreisfachberatung für Gartenbau und Landschaftspflege.

Die Kreisberater sind ihrerseits zufrieden. Wie Claudia Kühnel es formuliert, habe man geholfen, die jeweiligen Stärken hervorzuheben. "Wir können stolz auf unsere drei Orte sein." Brunn habe es geschafft, ohne einen Cent staatliche Förderung so dazustehen, "eine gigantische Leistung der Dorfgemeinschaft". Bei Oberhaid wiederum beeindruckte die soziale Komponente, ein soziales Netz für alle Generationen. Brunn und Oberhaid hätten genauso Gold verdient, findet sie.

Das bereits als Bioenergiedorf ausgezeichnete Oberleiterbach darf sich jetzt zumindest bis nach den Sommerferien auf seinen Lorbeeren ausruhen. Dann, so lässt Claudia Kühnel schon jetzt wissen, werde man an allen möglichen Schräubchen drehen, um das Dorf für den Landeswettbewerb fit zu machen.


Noch besser zur Geltung bringen

Beim Abschlussgespräch der Kommission haben die Fachberater intensiv mitgeschrieben. Auch der Bericht bei der Preisverleihung am 26. November in Kulmbach wird wohl die Basis dafür bilden, dass man Oberleiterbachs Stärken bis zum Besuch der Bewertungskommission im Landeswettbewerb Sommer 2018 noch besser zur Geltung bringen kann.