Seit November vergangenen Jahres ist das Bamberger Freizeitbad "Bambados" in Betrieb. Würde das moderne Hallenbad den Freibädern in der Umgebung Gäste abziehen? Der erste Sommer mit der neuen Bamberger Konkurrenz ist gut zur Hälfte um, von einem Einbruch bei den Besucherzahlen aber ist im Bamberger Land nichts zu spüren. "Bei schönem Wetter ist die Bude immer voll, nur hat es davon in diesem Jahr bisher zu wenig gegeben", sagt der Scheßlitzer Schwimmmeister Werner Stark. Und bei kühleren Temperaturen?

"Wir haben nach wie vor viele Gäste aus Bamberg, auch neue Besucher finden den Weg zu uns", zeigt sich Stark wetterunabhängig. Einer der Gründe dafür sei die fortschrittliche Scheßlitzer Wärmetechnik, die immer hin schon über 30 Jahre alt ist. Mit einer Wärmepumpe wird dem Leitenbach Wasser entnommen und daraus die Wärme für das Freibad gewonnen - 27 Grad (Celsius) Wassertemperatur sind da kein Problem. Aber auch die Öffnungszeiten schon morgens ab 7 Uhr lockten manche Schwimmer aus der Stadt an. Auch bei kühlerer Witterung habe man nicht den Eindruck, als müssten Einbrüche bei den Gästezahlen hingenommen werden. Die Zahl der Jahreskarten sei heuer sogar von etwa 530 im Vorjahr auf 620 angestiegen.

Einer der Gründe für die Beliebtheit "seines" Freibades sieht Stark im Angebot der "langen Schwimmbadnächte", an denen dem Badegast zusätzliche Attraktionen geboten werden. Cocktail-Bar und Aqua-Zumba bis nach 22 Uhr haben ihre Freunde gefunden, neulich war sogar eine fahrbare Sauna auf dem Freibad-Gelände. Werbeeffekte tun da ihre Wirkung. "Das Bambados hat uns absolut gar nichts weggenommen", sagt Werner Stark.
Näher am Geschehen der Stadt Bamberg liegt das Freibad in Hallstadt. Aber auch dort sieht Schwimmmeister Heinrich Wittmann die Sache realistisch: "Die Freizeitbäder in Hirschaid und Bamberg wirken sich nicht aus. Das Bambados macht kaum was kaputt. So toll sind die Besucherzahlen dort ja auch nicht", lautet seine erste Bilanz.

20 Prozent weniger Besucher


Unabhängig davon aber sieht er schon ein "sehr verändertes Freizeitverhalten", weil es einfach viel mehr Angebote gibt als früher, als man im Sommer halt ins Freibad ging. Dass die Besucherzahlen derzeit etwa um 20 Prozent unter denen des Vorjahres liegen, führt Wittmann ausschließlich auf den "normalen mitteleuropäischen Sommer" zurück. "Kaum einmal eine Woche am Stück" habe richtiges Badewetter geherrscht, Juni und Juli seien weitgehend ein Totalausfall gewesen. Ob man die 91 000 Besucher aus dem Vorjahr heuer nur annähernd erreiche, sei zweifelhaft. "Wenn es 26 Grad hat und a weng wolkig is, kann man den Tag schon vergessen."
Von einem "durchwachsenen Jahr" spricht auch der Zapfendorfer Schwimmmeister Christian Janke. Weil aber die letzten Jahre "wettermäßig nicht überragend" waren, sei der Besucherandrang in der "Aquarena" etwa gleich geblieben. "Wir haben ein treues Publikum und etwa 80- bis 90 000 Gäste pro Jahr", sagt Janke. "Das Bambados merken wir bis jetzt von den Zahlen her überhaupt nicht. Das ist ein Hallenbad, wir sind ein Freiluftbad", nennt er den Unterschied, man habe unterschiedliches Publikum.

Bis 7. Oktober geöffnet


Verständnis hätten die Besucher auch für die im Frühjahr um 30 bis 50 Cent angehobenen Eintrittspreise in Zapfendorf, was vor allem wegen der gestiegenen Energiekosten nötig war. In jedem Fall besteht noch genügend Gelegenheit, das "Aquarena" zu besuchen. Bei Wassertemperaturen von 25 bis 31 Grad hat es noch bis 7. Oktober geöffnet.

Optimistisch sieht man die Freibad-Zukunft auch im fernen Aschbach. Das dortige beheizte Freibad soll nach einem Bürgerentscheid der Stadt Schlüsselfeld saniert werden. "Derzeit wird geplant", sagt Georg Obermayer von der Stadtverwaltung. Weil die Resonanz im vergangenen Jahr "überschaubar" war und die Technik Probleme bereitet, bleibt das Bad in diesem Jahr geschlossen.