Der gastronomische Neuanfang im Rosengarten steht unter keinen glücklichen Vorzeichen.

Erstens müssen sich die Pächter heuer mit einem Provisorium arrangieren, weil die Modernisierung der Küche und die Restaurierung des historischen Pavillons noch dauern.

Und zweitens haben die im Frühjahr von der Staatlichen Schlösserverwaltung ausgewählten Bewerber den Vertrag doch nicht unterschrieben. Was dazu führte, dass die einzige gastronomische Adresse auf dem Domberg mitten in der Tourismus-Saison verwaist ist.

Man sei von dieser Entscheidung der Pächter "sehr überrascht" worden, sagt Thomas Rainer, der Pressesprecher der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen (BSV) auf Anfrage. In den vorausgegangenen Verhandlungen habe es für diese Kehrtwende keinerlei Anhaltspunkte gegeben.

Karin und Jörn Weinert selbst, die das Café zusätzlich zum Restaurant Hoffmanns am Schillerplatz betreiben wollten, nennen rein persönliche Gründe für ihren Schritt. Wie berichtet, hatten sie am Oster-Wochenende im Rosengarten mit einem improvisierten Stehcafé angefangen, dieses nach wenigen Tagen aber wieder eingestellt.

Neue Verhandlungen laufen

Vorerst ist der Rokoko-Pavillon also geschlossen und die Schlösserverwaltung wieder auf der Suche nach neuen Betreibern. Rainers Angaben zufolge laufen bereits Verhandlungen mit anderen infrage kommenden Bewerbern. Näheres ist von ihm nicht zu erfahren. Auch über die Zahl der Interessenten für das ungewöhnliche Pacht-Objekt und die Auswahlkriterien gibt die BSV keine Auskunft.

Eine klare Aussage kommt von Thomas Rainer dagegen zu der Frage, ob die Vakanz im Café sich auf die Serenaden im Rosengarten auswirken könnte. Laut Rainer gibt es keinen Zusammenhang, weshalb die traditionellen Abendkonzerte aus Sicht der Schlösserverwaltung wie geplant stattfinden können. Das erste von sieben ist für 28. Juni terminiert.

Das Problem, vor dem der Verein jetzt plötzlich steht, ist die Frage der Pausenbewirtung bei den Konzerten. Um sie selbst zu organisieren, ist die verbleibende Zeit wohl zu kurz. Gerhard Olesch, der Vorsitzende des Vereins Rosengarten-Serenaden, zeigte sich auf Anfrage zudem mehr als überrascht, dass die neuen Pächter schon wieder aufgehört haben.

"Klare Absprachen" mit den Wirten

Er hat, wie er sagt, zwei sehr angenehme und offene Gespräche mit ihnen geführt - auch wenn er und die anderen Vorstandsmitglieder Mitte April erst aus der Presse erfahren hätten, wer ihr neuer Ansprechpartner im Café ist.

Nach den Beteuerungen aus München, wie sehr der BSV am Fortbestand der Serenaden-Tradition im Rosengarten liegt, hätte er eine Vorabinformation erwartet. Schließlich waren es die Konflikte zwischen dem Verein und dem "alten" Betreiber des Pavillons, die die Schlösserverwaltung 2103 bewogen hatten, die Gastronomie neu zu vergeben.

BSV-Sprecher Rainer betont jedenfalls erneut, dass man die Konzertreihe langfristig sicherstellen will. Es werde in Zukunft "klare Absprachen" mit den Wirten geben: "Dies wurde auch in den laufenden Pachtgesprächen so thematisiert."