Wir haben Bestzustand!" Das stellt Johann Kalb (CSU/ZWdG) in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Abwasserzweckverbands Buttenheim-Altendorf zufrieden und in aller Öffentlichkeit fest. Denn dieser Tage feierte der Zweckverband sein 50-jähriges Bestehen. Er steht gut da, hat keine Schulden und kann den Blick beruhigt in die Zukunft richten, sich für anstehende Aufgaben durch die Erstellung eines Kanalkatasters rüsten.

Der Verbandsvorsitzende blickt deswegen so gelassen nach vorne, weil die Amtsvorgänger aus Buttenheim und Altendorf wichtige Weichenstellungen in Sachen Infrastruktur vorgenommen haben. Wie gesagt, 1962 hauchten die beiden südlichsten Nachbargemeinden des Landkreises dem neuen Zweckverband Leben ein. Wozu Buttenheims Bürgermeister Kalb anmerkt, dass derartiges Umweltbewusstsein in der damaligen Zeit durchaus noch die Ausnahme und die Entscheidung beider Gemeinden damit auch richtungweisend war.

Denn gerade für kleine Gemeinden war es schwierig, die damals neuen Vorgaben des Bundesbaugesetzes umzusetzen, wonach Neubaugebiete nur ausgewiesen werden konnten, wenn die Erschließung mit Straße, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gesichert war.

Der Weitblick der damaligen Entscheidungsträger lag wohl auch in der Erkenntnis, dass zwei damals verhältnismäßig kleine Gemeinden (1961 hatte Altendorf 586 Einwohner, Buttenheim 1685) nur gemeinsam derartige Aufgaben angehen konnten, trotz der in Aussicht gestellten hohen Zuschüsse. Außerdem verfügte Buttenheim nicht über einen geeigneten Platz an einem Vorfluter (in dem Fall der Regnitz), in den das gereinigte Wasser wieder eingeleitet werden konnte, Altendorf aber schon.

Nicht zuletzt auf die erhebliche Verbesserung der Infrastruktur führt Bürgermeister Kalb das Wachstum beider Gemeinden in den 70er Jahren mit den Neubaugebieten zurück. Beide Gemeinden wurden 1978 im Zuge der Gemeindegebietsreform zu einer Verwaltungsgemeinschaft inklusive der bis dahin ihrerseits selbstständigen Gemeinde Seußling, die sich ihrerseits Altendorf anschloss. Die VG war dann auch für die Abwasserbeseitigungs-Einrichtungen zuständig. Der Zweckverband tut dies nun wieder seit dem Jahr 2002, nachdem die Verwaltungsgemeinschaft aufgelöst worden war.

Mittlerweile ist nach dem Bau der ersten Kläranlage 1970 und deren Sanierung 1982 schon die zweite, 1997 eingeweihte und an anderer Stelle erbaute, 2009 ertüchtigte Kläranlage in Betrieb. Sie ist für 13 000 Einwohner (Gleichwerte) dimensioniert, tatsächlich angeschlossen sind 5631 Einwohner plus vier Brauereien. Buttenheim und all seine Gemeindeteile sind ebenso angeschlossen wie Altendorf und Seußling.

Das gesamte Abwasser gelangt über ein Netz mit über 45 Kilometern in die Anlage. Davon sind 31,70 Kilometer Mischwasser, 3,75 Kilometer Schmutzwasser und 4,20 Regenwasser-Kanäle. Alle Neubaugebiete entwässern im Trennsystem, erklärt Kalb. Schächte gibt es ingesamt 1160, Pumpwerke 11, Regenüberlaufbecken 10, Regenrückhaltebecken 4 und Regenklärbecken 3, um nur einige Zahlen zu nennen.

Ansonsten sei man stolz darauf, schuldenfrei zu sein, unterstreicht Kalb in seiner Eigenschaft als Zweckverbandsvorsitzender eines Verbands, der großen Wert auf Eigenständigkeit und Unabhängigkeit legt, weshalb auch zwei eigene Klärmeister über einen reibungslosen Ablauf bei allen Abwasserangelegenheiten achten. "Wir können beruhigt in die Zukunft blicken", stellt Kalb im Jubiläumsjahr fest.