Kleine Flugzeug-Ausstellung in Bamberg: Neben dem Brose-Jet - einer Cessna Citation CJ 2 - durften interessierte Besucher aus der Nachbarschaft am Montag eine Citation CJ 4 in Augenschein nehmen. Es ist ein Passagier-Jet jenes Typs, den die Firma Brose als Ersatz für ihre in die Jahre gekommene CJ 2 anschaffen möchte.


Zwei Tonnen schwerer

Der nicht geringe Aufwand, ein Leihflugzeug zu beschaffen, wurde betrieben, um besorgten Anwohnern zu verdeutlichen, dass vor der neuen Maschine niemand Angst zu haben braucht. Sie gleicht in ihren Abmessungen in etwa dem bisher genutzten Flugzeug. Gleichwohl aber braucht der Sonderlandeplatz Breitenau ihretwegen eine neue Betriebsgenehmigung, die jetzt beim Luftamt Nordbayern beantragt wird.

Der Grund - und zwar der einzige, wie dem interessierten Publikum mehrfach versichert wurde - ist die mit rund zwei Tonnen höhere Höchst-Abflugmasse der neuen Maschine. Sie kann zwei Passagiere mehr befördern und deutlich mehr Treibstoff aufnehmen, so dass Brose-Mitarbeiter sämtliche Unternehmens-Standorte in Europa bis hin nach Russland und Portugal nonstop erreichen können. Unverändert werden die bisherigen Einschränkungen gelten. Vor allem das Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr wird nicht angetastet werden.

Da das neue Flugzeug darüber hinaus eine um 150 Meter kürzere Start- und Landestrecke benötigt, sind bauliche Veränderungen an der Start- und Landebahn nicht notwendig. Die leicht erhöhten Lärm-Emissionen beim Start werden durch einen zeitlich verkürzten Start kompensiert, versicherte Christian Vohl, Chef des Brose-Flight-Service'. Von den Flug-Zahlen her - aktuell sind es rund 200 im Jahr - werde es "keine großen Überraschungen" geben.


Weiterhin keine Nachtflüge

Brose und die Stadt Bamberg wollten Transparenz schaffen, indem sie zu dieser Informationsveranstaltung eingeladen haben. Das Konzept ging auf. Es gab relativ wenige Nachfragen, darunter die Befürchtung eines Bürgers aus Gundelsheim, dass das Nachtflugverbot irgendwann doch gekippt werden könnte. Dies wurde seitens der Stadtwerke, den Betreibern des Flugplatzes, verneint. Peter Scheuenstuhl betonte, dass das Luftamt Nordbayern in dieser Hinsicht äußerst restriktiv sei.

Größere Sorgen machten sich die Bürger wegen einer Ankündigung von Maximilian Stoschek, der für den Hubschrauber-Flugbetrieb von Brose verantwortlich ist. Er kündigte an, mittelfristig eine Betriebsgenehmigung für den Helikopter-Instrumentenflug anzustreben. Damit wäre es möglich, nicht mehr nur nach Sichtflugregeln an- und abzufliegen. Flüge wären dann auch bei schlechterem Wetter möglich. Neben der Sicherheit verbessere sich die Planbarkeit der Flüge und der betriebliche Ablauf. Alle 14 deutschen Standorte könnten dann mit Helikoptern erreicht werden, so Stoschek.

Auf Nachfrage eines Zuhörers aus Gundelsheim ("Die Helikopter scheinen mir das größere Problem als der Jet zu sein!") teilte er mit, dass dafür neben der Startbahn ein so genanntes Heli-Pad mit einem Durchmesser von 30 mal 30 Metern betoniert werden müsste. Der An- und Abflugwinkel ändere sich nur bei Instrumentenflug.

Thomas Siewert, Vorsitzender des Aero-Clubs, berichtete, dass der Abriss des alten Betriebsgebäudes planmäßig voranschreite. Wahrscheinlich könne schon im August mit dem Bau der neuen Hallen und des Towers begonnen werden. Schon im kommenden Frühjahr soll das neue Gebäude in Betrieb genommen werden.

Zum Abschluss bedankte sich Brose-Chef Michael Stoschek bei der Stadt, die hinsichtlich des Ausbaus des Flugplatzes "weitsichtig" gehandelt habe. An mehr als 50 Stellen in der Welt starteten und landeten Firmenflugzeuge von Brose "und an keiner Stelle haben wir Probleme mit Anliegern". Von den Problemen eines Verkehrsflughafens "sind wir meilenweit entfernt".