Es stehen zwar noch viele Tests aus, doch zumindest für die ersten 128 auf Tuberkulose Getesteten kann das Landratsamt Entwarnung geben. Die Tests waren notwendig geworden, weil eine in der Geburtshilfe-Abteilung des Krankenhauses tätige Krankenschwester mit TBC infiziert war. "Bei den Neugeborenen gab es keinen einzigen positiven Test", sagt Verwaltungschef Steffen Nickel. Einige Mütter hätten zwar zunächst positive Testergebnisse gehabt. Das liege jedoch unter anderem daran, dass die sehr sensiblen Tests auf vorangegangene Tuberkuloseimpfungen reagierten. "Es wäre sehr unwahrscheinlich, dass eine Mutter von der Krankenschwester angesteckt wird, das Neugeborene aber nicht", sagt Heinz Jürgen Wagner, der Leiter des Gesundheitsamtes. Durch schnelle und gründliche Untersuchung in Radiologie und Röntgen sei jedoch auch in diesen Fällen eine Tuberkulose-Erkrankung ausgeschlossen worden.
In den nächsten Wochen werden weitere Neugeborene und Mütter getestet, die im letzten Quartal 2017 auf der Entbindungsstation des Klinikums Kontakt zu der betroffenen Krankenschwester gehabt haben könnten. "Wir wissen es, aber wir dürfen es nicht sagen", sagt der Gesundheitsamtsleiter auf die Frage, wo sich die Krankenschwester angesteckt habe. Entgegen einigen im Internet kursierenden Gerüchten könne jedoch mit Sicherheit gesagt werden, dass es "keine ausländische Quelle" gegeben habe.

"Es stehen natürlich auch noch viele Testergebnisse aus", sagt Nickel. Getestet wurden alle Mütter mit ihren Neugeborenen, die im Februar in der Säuglingsstation waren, es folgen demnächst die im Januar Geborenen. Zudem werde man den Kreis der zu Testenden nun auch noch auf November und Dezember erweitern. "Die März-Kinder müssen noch drei, vier Wochen warten", sagt Wagner. Denn der Hauttest ist erst acht Wochen nach Kontakt mit der erkrankten Mitarbeiterin zuverlässig durchführbar. Für diese Kinder sei es aber ebenfalls gut, dass keines der im Februar geborenen Kinder infiziert war. "Sonst hätten wir den März-Geborenen wohl prophylaktisch Antibiotika verordnen müssen." Die Eltern seien aber sensibilisiert, sich bei möglichen Symptomen ans Gesundheitsamt zu wenden.

Die eingerichtete Telefon-Hotline des Landratsamts (0951/85673, am Wochenende und feiertags von 10 bis 16 Uhr) werde sehr gut angenommen.

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