Der Countdown läuft. In weniger als einem Monat läuten die Glocken zum ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Markus und damit auch das Jubiläum 1000 Jahre Bischberg buchstäblich ein. Mit lauten Schüssen werden danach spätestens jene aufmerksam, die beim Glockenläuten noch nicht gemerkt haben, was es geschlagen hat.

Generalstabsmäßig wird das Jubiläumsjahr bereits seit dem Jahr 2009 vorbereitet. Als Motor fungiert der vormalige Kulturbürgermeister Richard Seitz. Als Festausschuss-Vorsitzender stellt er die Weichen dafür, dass das Vorhaben kraftvoll an Schwung gewinnt und mit dem 1. Januar Fahrt aufnimmt, die im Laufe des Jahres zu einer richtigen Erfolgstour für den Ort am Zusammenfluss von Main und Regnitz werden soll.

Mit im Boot, oder für das einstige Fischerdorf müsste es wohl eher Schelch heißen, sind Archivpfleger Michael Eisentraut und - natürlich - Josef Kröner. Das ist der harte Kern, der Lenkungsausschuss, den in jüngster Zeit auch Bürgermeister Johann Pfister (BI) immer öfter aufsucht, um seitens der Verwaltung weitere Hilfestellung zu geben. Ganz kurz sind die Verbindungen zu den Verwaltungsleitern, bislang Gerhard Förtsch und neuerdings Michael Dütsch. Die Kooperation funktioniert hervorragend, was auch beim jüngsten Treffen zu spüren ist.

Spezielle Dekoration

Eines der vielen Glanzlichter, die 2013 Schlaglichter auf Bischberg werfen werden, ist die Eröffnungsveranstaltung am 12. Januar - allerdings nur für geladene Gäste - in der Schulturnhalle. Dafür hat der Bürgermeister schon eine ganz spezielle Dekoration in Auftrag gegeben. Etwas Besonderes, das auch übers Festjahr hinaus Bestand haben soll: mobile Deko-Elemente. Voll und ganz zur Geltung kommen soll natürlich auch das Jubiläumslogo, das sich bei jedem Jubiläums-Event gut in Szene setzen lassen wird: In seiner Ausführung in den Maßen 1,80 mal 2,20 Meter hat es auf jeden Fall Blickfang-Dimension.

"Wer eine Veranstaltung akkurat plant, kann sich auf sie freuen", sagt der Bürgermeister. Seitz und Eisentraut nicken zustimmend. Eine wahre Vielzahl von Vorbereitungsrunden mit Lenkungsgruppe und Festausschuss liegt hinter ihnen. Im Festausschuss hat der Lenkungsausschuss alle relevanten Bischberger Gruppen hinter und um sich geschart. Ein Querschnitt der Bevölkerung, freut sich Seitz, der ganz besonders die Einbindung der Jugend hervorhebt, unter anderem mit der Erstellung einer Jubiläums-Facebook-Seite, die "richtig gut angenommen wird".

Weitere Sponsoren gesucht

Auch die Geschäftsleute tragen das ihre bei. So kreieren Brauer, Metzger und Bäcker Jubiläums-Specials. Sponsoren tragen zu einer gewissen finanziellen Unterfütterung des Jubiläums bei, neben vorhandenen sucht der Bürgermeister natürlich noch weitere Unterstützer. 20.000 Euro stellt die Gemeinde bis jetzt zur Verfügung. Jubiläums-Accessoires wie Flyer, Krüge, Tassen und dergleichen mehr wollen schließlich finanziert sein.

Das anstehende Jubiläumsjahr bestimmt das Geschehen in Bischberg derart, dass die Jugendbeauftragte heuer auf ihren Bericht im Gemeinderat ebenso verzichtet wie der Archivpfleger. Während Seitz insbesondere für die Auftaktveranstaltung zuständig ist und Josef Kröner allein bei sechs verschiedenen Einzelveranstaltungen die Fäden in der Hand hält, hält sich Archivpfleger Eisentraut für Organisatorisches im Hintergrund bereit.

Ein Halbsatz ist die Basis

Den historischen Hintergrund des Jubiläumsjahres können der Bürgermeister, Richard Seitz und Michael Eisentraut bald schon im Schlaf erklären. Das Jubiläum basiert letztlich auf dem Halbsatz in einer Urkunde aus dem Jahr 1013, die im Würzburger Staatsarchiv liegt. Darin geht es um ein Tauschgeschäft zwischen dem späteren Kaiser Heinrich II. und dem Würzburger Bischof Heinrich I. Graf von Rothenburg. Letzterer tauscht alles "mit Ausnahme von zwei Kapellen, die eine in Trunstadt und die andere in Bischberg", wie es in der Übersetzung aus dem Lateinischen heißt.

Mit Erwähnung der Kapelle ist davon auszugehen, dass es auch den Ort Bischberg gegeben hat. Gefeiert wird also das Jubiläum 1000 Jahre Ersterwähnung. Eine gewisse Erleichterung ist den Machern des Jubiläumsjahres anzumerken, dass sie nach dem Tonscherben-Fund eines Hobby-Archäologen nicht alles kippen müssen, weil Bischberg demnach nicht schon in der Keltenzeit besiedelt wurde...

Wie es sich genau mit der Ortsgeschichte verhält, das kann man in vielen Facetten im Jubiläumsbuch erfahren, das zum Festwochenende im Juli erscheinen wird. Auf die namhaften Autoren ist Richard Seitz besonders stolz, ebenso wie auf die Einbindung des Bezirksheimatpflegers, der sich unter anderem mit einem Vortragsabend über "Juden in Bischberg und im Landkreis" einbringen wird.

Alte Ortsansichten gesucht

Archivpfleger Eisentraut indes würde sich über weitere alte Ortsansichten freuen, die man noch in das 350-seitige Werk einbringen könnte. 20 Euro soll es kosten und in einer Auflage von 1000 Stück gedruckt werden. 1000 ist die magische Zahl im Jahr 2013 für Bischbergs rund 4500 Einwohner. Nicht nur die, sondern die ganze Region soll an den vielen Veranstaltungen Teil haben. Darunter die Nacht der 1000 Lichter, oder der große Apfelmarkt, bei dem sicherlich mindestens 1000 Äpfel angeboten werden...