Pressefotograf Matthias Hoch bereist seit vielen Jahren Nepal. Er ist immer wieder fasziniert von den Schönheiten des Landes, seiner Lage im Himalaya, aber auch von der Weltoffenheit und der Gastfreundschaft der Menschen. Bei seinem letzten Besuch jedoch erlebte er ein ganz anderes Nepal. Ein schweres Erdbeben verwandelte große Teile des ohnehin schon sehr armen Landes in Schutt und Asche. "Es waren Bilder, die unter die Haut gingen", schildert Matthias Hoch. "Besonders berührt hat mich ein Mädchen, das alleine und hilflos auf einem Trümmerhaufen saß."

Dieses und zahlreiche andere seiner Bilder aus dem Katastrophengebiet sind aktuell in einer Ausstellung in der Sparkasse am Schönleinsplatz zu sehen. Geplant war ursprünglich, wie Sparkassendirektor Konrad Gottschall bei der Vernissage schilderte, eine Ausstellung über den asiatischen Raum. Aufgrund der Erdbebenkatastrophe habe man sich aber entschlossen, noch einmal die schrecklichen Szenarien in das Bewusstsein der Menschen zurückzuholen.

"Denn längst", so bedauerte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), "sind wieder andere Bilder in den Mittelpunkt unserer Medien und Nachrichten gerückt. Dabei brauchen die Menschen in Nepal nach wie vor unsere Unterstützung." Denn es gelte nicht nur, die zerstörten Weltkulturerbegüter wieder aufzubauen, sondern auch den Lebensraum der Menschen in dem gebeutelten Land.

Spenden überreicht
Auch Wolfgang Grader, der zusammen mit Matthias Hoch im Krisengebiet unterwegs war, appellierte an die Ausstellungsbesucher, dem Land weiterhin die "Treue" zu halten. "Es wäre jetzt das Schlimmste, was Nepal passieren könnte, wenn im Herbst nun auch noch die Touristen wegbleiben würden. Zumal von 74 Distrikten des Landes 61 vom Erdbeben nicht betroffen sind."

Er selbst und Matthias Hoch hatten bei ihrem letzten Besuch, rund vier Wochen nach dem Beben, Medikamente für ein Krankenhaus sowie Spendengelder direkt vor Ort an die Bedürftigen verteilt, die nach wie vor in Zelten auf der Straße leben. "Einen Teil der Spende haben wir unserer Kontaktperson vor Ort für den Wiederaufbau eines Dorfes überreicht. Es wird zwar nicht reichen, aber es ist dennoch ein wichtiger Anfang", schilderte Hoch.
Die Ausstellung ist bis einschließlich 30. Juli während der Öffnungszeiten der Sparkasse zu besichtigen. Überwiegend sind es Schwarz-Weiß-Fotografien, die wenigen farbigen Bilder hat Matthias Hoch auf einer seiner früheren Reisen fotografiert. Sie zeigen beispielsweise die von der Unesco als Weltkulturerbe ausgewiesenen Tempelanlagen, von denen nach der Erdbebenkatastrophe nurmehr Trümmer übriggeblieben sind.