In Tansania, Indien, Peru und Bolivien werden die Freiwilligen zwölf Monate lang als Freiwillige in sozialen Projekten arbeiten. Entsendeorganisation ist der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Bamberg. "Eine völlig andere Kultur, aber auch sich selbst kennenlernen, und dabei etwas Sinnvolles tun", wird Max Zuber in der Pressemitteilung zitiert, warum er sich für "weltwärts" entschieden hat.

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) richtet sich an junge Erwachsene im Alter von 18 bis 28 Jahren. Seit Beginn des Programms im Jahr 2008 sind bereits über 20.000 von ihnen "weltwärts" gegangen. Wie ein Großteil der Bewerberinnen und Bewerber hat Max gerade sein Abitur gemacht. Ihm ist es wichtig, über den eigenen Tellerrand zu schauen und so auch einen anderen Blick auf das eigene Leben zu bekommen. In den kommenden zwölf Monaten wird der 18-Jährige aus Hof, der später Sportmedizin studieren möchte, deshalb in einem Krankenhaus in Rulenge im ostafrikanischen Tansania arbeiten.

Entscheidung für den Freiwilligendienst hat er sich im Vorfeld gut überlegt. So habe er "weltwärts" als eines der "umfangreichsten und spannendsten Programme" und den BDKJ als eine kirchliche Organisation, die "eine gewisse Sicherheit und Kontinuität bieten kann", bewusst ausgewählt. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 180 Nichtregierungsorganisationen, die Freiwillige im Rahmen von "weltwärts" entsenden. Sie wählen geeignete Bewerberinnen und Bewerber aus, bereiten diese auf den Einsatz vor, veranstalten begleitende Seminare und unterstützen die jungen Erwachsenen während des gesamten Freiwilligendienstes. Nach der Rückkehr bieten sie Nachbereitungsseminare und weitere Engagement-Möglichkeiten für die Ehemaligen an.

Für Kira Regenspurger und Jana Simon liegt das bisher noch in weiter Ferne. Wie für Max geht es auch für die zwei 18-jährigen Abiturientinnen aus Coburg und Stegaurach erst in einigen Wochen los. Die beiden jungen Frauen werden zwölf Monate in Bolivien und Indien verbringen. "Impfungen, Koffer packen, Medikamente kaufen, Visum beantragen und dann natürlich noch von Allen verabschieden", zählen sie auf, was bis dahin noch zu erledigen ist. Mit dem Freiwilligendienst in einem Internat im bolivianischen Hochland geht für Kira, die schon immer einmal nach Südamerika wollte, "ein großer Traum" in Erfüllung.

Sie freut sich nicht nur darauf, ihre Spanischkenntnisse verbessern zu können, sondern auch, intensiv in eine andere Kultur einzutauchen. Für Jana ist das Kennenlernen fremder Lebens- und Denkweisen ebenfalls einer der Gründe, warum sie sich für "weltwärts" entschieden hat. Die Abiturientin wird ihren Freiwilligendienst in einem Kindergarten im südindischen Puduvadavalli leisten. Obwohl sie sich auf ihre Arbeit und "das bunte Land" freut, weiß sie, dass auch schwierige Situationen auf sie zukommen können. "Frauen haben in Indien viel weniger Freiheiten als in Europa. Sich der Kultur und den Erwartungen vor Ort anzupassen und sich unterzuordnen, fällt bestimmt nicht immer einfach", nennt sie ein Beispiel. Herausforderungen, mit denen dagegen Max rechnet, sind vor allem den Umgang mit der in Tansania herrschenden Armut, gesundheitliche Risiken und die lange Trennung von Familie und Freunden.

Dass viele Freiwillige während ihres "weltwärts"-Einsatzes an ihre Grenzen kommen und nicht selten die ein oder andere Krise bewältigen müssen, weiß auch Alexandra Keller vom Referat Weltfreiwilligendienste des BDKJ Bamberg. Gerade dadurch lernten die jungen Erwachsenen jedoch viel und kämen oft mit einem sehr offenen Geist zurück, den "wir für unsere Gesellschaft brauchen".

Neben der persönlichen Weiterentwicklung und derSensibilisierung für entwicklungspolitische Themen sieht Keller auch das Stärken von Partnerschaften als wichtiges Ziel von "weltwärts". So arbeitet der BDKJ Bamberg in den Einsatzländern bereits seit vielen Jahren mit verschiedenen Kooperationsorganisationen zusammen. Die Arbeitsstellen der Freiwilligen reichen von Krankenhäusern und Straßenkinderprojekten über Seniorenheime bis hin zu Kindergärten, Internaten oder Waisenhäusern. Um den gleichberechtigten Austausch zu fördern, Vorurteile abzubauen und bestehende Beziehungen zu verfestigen, können seit 2013 auch junge Menschen aus den Partnerländern einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Deutschland leisten. Vier "weltwärts"-Freiwillige aus dem Senegal und aus Tansania werden im Rahmen dessen nächstes Jahr erstmals in verschiedenen Projekten im Erzbistum arbeiten. Bewerbungen für "weltwärts"-Einsätze mit dem BDKJ Bamberg 2015/16 sind noch bis November möglich. Weitere Informationen und Kontakte unterwww.jugend-im-erzbistum.de/referate/weltfreiwilligendienst.