Der Bamberger Fotograf und Zeichner Gerhard Schlötzer hat neben fünf weiteren Preisträgern aus Kanada, Südkorea, England, Finnland und Deutschland den ersten internationalen analogen Großformatwettbewerb in der Fotografie gewonnen. Ausgeschrieben wurde der Preis für das gelungenste analoge Großformat-Bilder vom Fotolaborgerätehersteller Jobo in Gummersbach.

400 Teilnehmer weltweit

Zahlreiche namhaften Hersteller aus der Branche unterstützten den Wettbewerb, an dem sich weltweit gut 400 Fotografen beteiligten. Sie durften nur Bilder einreichen, die mit analogen Techniken entstanden und mit Großformatkameras aufgenommen waren. Die fünfköpfige Jury, der der renommierte amerikanische Schwarzweißfotograf und Fotoautor Bruce Barnbaum angehörte, wählte aus den Einsendungen die sechs Gewinnerarbeiten, die dann auf der Kölner Messe Photokina mit hochwertigen Kameras und Filmentwicklungsgeräten prämiert wurden.

Darunter eben auch Gerhard Schlötzers Schwarzweißfotografie einer schwierigen Baustelle in der Bamberger Altstadt. Sie ist, wie Schlötzer jetzt mitteilte, Teil einer 220 Fotos umfassenden Serie mit dem Titel "Bamberg - Zeitschichten im öffentlichen Raum", die von 1999 bis 2014 entstanden ist. Schlötzer, der auch Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler in Oberfranken ist, will mit dieser umfassenden Serie veränderliche und wenig beachtete Phänomene im Stadtraum in einer lange haltbaren und hochauflösenden Technik festhalten. Aufbewahrt werden diese Arbeiten im Bamberger Stadtarchiv.

"Plastisch erscheinende Arbeit"

Vor der markanten Stadtsilhouette Bambergs hat Schlötzer im März 2014 die Baustelle für den Neubau der Maria-Ward-Schule am Vorderen Graben fotografiert. Der Jury des Großformatwettbewerbs war diese "beinahe schon plastisch erscheinende Arbeit" zu einem kaum greifbaren Phänomen, eben einer vorübergehenden Baustelle, einen ersten Preis wert. Die bestechende Ästhetik und Klarheit von Schlötzers Arbeit, die in seinem Bild einer profanen Baustelle gilt, die den Stadtraum am Ende aber mit einem anderen, völlig veränderten Gesicht zurücklässt, unterstreicht das Anliegen des Fotografen, der Zeitschichten auf Papier dokumentieren will.