"Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass wir dieses Kapitel schließen können!" Mit diesen Worten kommentierte Bambergs Baureferent Michael Ilk am Mittwoch das Ende des Rechtsstreits zwischen der Stadt und der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Löwenbrücke. Drei Firmen hatten gegen die Stadt geklagt, weil diese mit Hinweis auf Mängel am Bauwerk mehrere Millionen Euro einbehalten hat.

Seit Dienstag ist der Vergleich rechtskräftig, auf den sich die streitenden Parteien am 26. November vor der 1. Zivilkammer des Landgerichts verständigt hatten.

Er stand noch unter einem Vorbehalt: Während die beklagte Stadt Bamberg gleich zugestimmt hatte, war es der Rechtsanwalt der Arge gewesen, der um eine Frist für einen möglichen Widerspruch gebeten hatte, weil nur zwei der drei Arge-Mitglieder beim letzten Gerichtstermin anwesend gewesen waren. Er wollte genug Zeit haben, um die Sachlage mit dem dritten Unternehmen abzuklären.

Nun also gilt, worüber sich die Parteien mit Hilfe der 1. Zivilkammer verständigt haben: Die Stadt zahlt den Baufirmen noch insgesamt 2,305 Millionen Euro. Diese führen im Gegenzug noch verschiedene Arbeiten an der Brücke aus, auf die die Stadt als Auftraggeberin besteht.

Es handelt sich um rund 35 Mängel, die nach den Worten des Baureferenten relativ rasch zu beheben wären. Mit denen aber witterungsbedingt erst im Frühjahr begonnen wird.

Auf Nachfrage nannte Ilk zwei Beispiele für die Nacharbeiten. An verschiedenen Stellen sei der Korrosionsschutz zu dünn oder gar nicht vorhanden, so dass es an der nicht einmal vier Jahre alten Löwenbrücke schon erste Anflüge von Rost gebe.

"Ein bisschen mehr Sorge" bereitet Ilk die Betondeckung. Sie sei an vielen Stellen der Stahlkonstruktion mit 2 bis 2,5 Zentimeter viel zu dünn. Erforderlich wären 4,5 bis 5 Zentimeter. Nur dann könne man sicher sein, dass Wasser, das in das poröse Material eindringt, nicht bis zum Stahl durchsickert.

Korrosionsschäden unter dem Beton würden die Lebensdauer der Löwenbrücke deutlich verringern. Freilich werden auch die gerichtlich vereinbarten Sanierungsarbeiten aus der Löwenbrücke kein Bauwerk von Spitzenqualität machen, betonte Ilk: "Wir werden das nicht in den nächsten zehn bis 15 Jahren spüren."

Er glaubt nicht, dass die Brücke eine Lebensdauer von um die 70 Jahren haben wird, wie man sie von einer einwandfreien Konstruktion erwarten könne. Trotzdem überwiegt bei Ilk die Freude, dass der Rechtsstreit ohne Jahre langen Prozess zu Ende gegangen ist. Jetzt könne man sich wieder mit ganzer Energie anstehenden und künftigen Projekten wie dem Neubau der Brücke in Bug widmen.

Der Vergleich regelt auch, dass ein von beiden Parteien akzeptierter Gutachter die Arbeiten an der Löwenbrücke bewerten wird. Wenn er irgendwann "grünes Licht" gibt, zahlt die Stadt der Arge die letzten 450 000 Euro. Der weitaus größere Batzen aus der vereinbarten Vergleichsumme, nämlich 1,855 Millionen Euro, soll noch vor Weihnachten an die Firmen der Arge überwiesen werden.