Es handelt sich zwar nur um drei Bau-Parzellen auf einer Fläche von - laut Bauamtsleiter Michael Karmann - etwa 4200 Quadratmeter. Doch die Debatte um das Baugebiet "Gehaid" an der Ringstraße in Memmelsdorf lockte die Anwohner recht zahlreich in die Sitzung des Gemeinderates von Memmelsdorf, der sich unter der Leitung von Bürgermeister Johann Bäuerlein mit einer Reihe von Einwendungen gegen das Planungsvorhaben auseinander zu setzen hatte. Die waren bei der öffentlichen Auslegung der Plan-Entwürfe erhoben worden.

Auf immerhin 14 Seiten hatte Architekt Wittmann vom Bamberger Planungsbüro Wittman, Valier & Partner die Einwände abgehandelt. Einer davon: Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg hatte den zu geringen Abstand der künftigen Gebäude vom nahen Wald beanstandet. Der müsse statt der vorgesehenen 18 Meter mindestens 30 Meter betragen. Dazu der Architekt: "Bei 30 Meter Abstand wäre eine sinnvolle Planung nicht mehr möglich". Bereits im bisher gültigen Bebauungsplan seien "nur" 24,5 Meter vorgesehen, anderswo in der Nähe betrügen die Mindest-Abstände lediglich 16,5 Meter. Einstimmig wurde beschlossen, die Planung beizubehalten. Im Gegenzug werden die Dächer verstärkt, die Bauherren befreien die Gemeinde von einer möglichen Haftung bei Baum-Umstürzen.

Auch von Bürgerseite war eine ganze Reihe von Einwänden gekommen. So befürchtet man durch die verdichtete Bebauung eine Zunahme des Verkehrs mit mehr Lärm. Dazu führte der Architekt aus, dass eine Mehrheit der Anwohner mit dem Bau von maximal sechs Wohneinheiten einverstanden sei. Damit blieben weitere zehn Optionen ungenutzt. Sollten stärkere Leitungen für Wasser und Abwasser notwendig werden, wollen sich die Alt-Anwohner daran nicht beteiligen. Bei einer Gegenstimme wurde auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, die bisherige Planung beizubehalten. Ein städtebaulicher Vertrag, den Bürgermeister Bäuerlein abzuschließen beauftragt wurde, soll den Anwohnern zum Beispiel durch einen zehn Meter breiten Grünstreifen zwischen der Bebauung mehr Sicherheit und Bewegungsfreiheit bieten.

Eine "sinnvolle Nachverdichtung", so Bauamtsleiter Karmann, soll es auch beim Bebauungsplan "Laimenäcker-Tiergarten" in Merkendorf geben. Durch Grundstücksteilung können hier zwei Baurechte statt bisher einem entstehen.

Schon mehrfach beraten wurde das Baugebiet "Leithe". Nach dem Rückbau einer Hochspannungsleitung konnte hier laut Bauamtsleiter Karmann der Bebauungsplan geändert werden. Auch hier wird ein städtebaulicher Vertrag geschlossen, der die Verfahrenskosten dem Bauherrn auferlegt. Ferner bleibt die Gemeinde Herr des Verfahrens. Die Kosten der Leitungen für Wasser und Abwasser werden ebenfalls dem Bauwerber auferlegt. Er muss sie auch dann übernehmen, wenn das Verfahren aus irgendeinem Grund nicht zu Ende geführt werden könnte.