38 Mal wurde die Bamberger Bürgernadel bisher vergeben. Erhalten haben sie Bewohner dieser Stadt, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich engagiert haben. Nun könnte es sein, dass die Bürgernadel in ihrer bisherigen Form keine Zukunft mehr hat. Grund ist das Ansinnen von CSU und Freien Wählern, das die beiden Fraktionen in der Stadtratsssitzung am Mittwoch formulierten.

Beide Fraktionen sprachen sich dafür aus, die Mediengruppe Oberfranken (MGO) als Kooperationspartner künftig außen vor zu lassen und die Ehrung in alleiniger Regie der Stadt durchzuführen. Hintergrund: Vor drei Jahren wurde die so genannte "niederschwellige Ehrung" als gemeinsames Projekt der Stadtverwaltung und der MGO als Herausgeberin des FT ins Leben gerufen, um das ehrenamtliche Engagement in der Region zu würdigen.

Zwei Mal im Jahr wurden seitdem die Auszeichnungen verliehen. Ausgewählt hat die Geehrten eine Jury, in der neben dem OB, Mitgliedern des Stadtrats sowie der Bürgervereine auch Vertreter der Mediengruppe saßen. Auch die Kosten wurden geteilt. "Aus unserer Sicht hat sich die Zusammenarbeit bewährt - es ist eine Erfolgsgeschichte", sagte Christian Hinterstein von der Stadt.

Ganz unumstritten war die Bürgernadel dennoch nicht. So hatten die Freien Wähler schon vor drei Jahren die Unabhängigkeit eines Preises in Frage gestellt, der von einem führenden Medienunternehmen unterstützt werde. "Diese Verbandelung ist problematisch", sagte Dieter Weinsheimer auch am Mittwoch im Stadtrat.

Neu an der Kritik ist nun, dass auch die CSU die Kooperation beenden möchte, laut Helmut Müller, um den Ort der Verleihung in der Gutenbergstraße "durch eine würdigeren" zu ersetzen, etwa den Rokokosaal oder den Renaissancesaal. Mehrere Bürger hätten dies gegenüber der CSU kritisiert.

Vom Antrag seines Kollegen wurde auch Bürgermeister Werner Hipelius (CSU) überrascht, der die Sitzung leitete. Es gab heftige Vorwürfe vom Bürgermeister gegen die eigene Fraktion. Auch die SPD positionierte sich gegen die CSU-Fraktion und sprach sich dafür aus, die bewährte Ehrung unverändert beizubehalten.

Schließlich setzte Hipelius den Tagesordnungspunkt kurzerhand ab, nicht zuletzt, weil eine Mehrheit für die CSU in erreichbare Nähe rückte. Es sei guter Stil, den Kooperationspartner vorher von einer solchen Überlegung zu informieren, meinte Hipelius.