Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Zimt, Curry und schwarzer Pfeffer: Ein Hauch von Afrika dürfte morgen übers Schulfest des Franz-Ludwig-Gymnasiums wehen. Wer sich vom Duft verführen lässt, landet bei Elibariki Gadi Mbise. Am Gaskocher möchte der Tansanier fränkischen Kindern die Kulinartradition der Region um den Kilimandscharo vorstellen und zugleich Grüße übermitteln: Grüße von Brieffreunden, Schülern und Lehrern des Rose Education Centers, für das sich Bamberger Gymnasiasten seit mittlerweile zwei Jahren engagieren.

Planung läuft über den Arbeitskreis

"Schüler haben sich die Afrika-Ecke einfallen lassen, in der auch Bilder vom Rose-Education-Center und tansanischer Schmuck gezeigt werden", berichtet Studiendirektorin Susanne Heim, die das Projekt begleitet.

In einem eigenen Arbeitskreis treffen sich alle sechs Wochen Jungen und Mädchen, um Spendenaktionen zu organisieren und natürlich auch Kontakte zu den Kindern aus Tansania zu pflegen. "Im vergangenen Jahr besuchte ich selbst mit vier Elftklässern das Bildungszentrum", sagt die Schulpsychologin.

Eine Erfahrung, von der deutsche Jugendliche mehr profitieren würden als von jeder touristischen Afrika-Reise: "Durch Kontakte mit jungen Leuten aus ärmsten Verhältnissen lernen sie, die eigenen Möglichkeiten zu schätzen", so Susanne Heim. Und hätten die Chance, zu erkennen, wie viel uns bei aller Unterschiedlichkeit doch mit Menschen am anderen Ende der Welt verbindet.

Viel hat sich in dem Bildungszentrum am anderen Ende der Welt dank großzügiger Spenden aus Franken getan. Wer hätte vor Jahren geglaubt, dass sich Roselyne Swai - schwer von einer Polioerkrankung in der Kindheit gezeichnet - den Lebenstraum von einem Waisenhaus samt Schule und Kindergarten erfüllen kann?

Die Begegnung mit Friederike Klein und Thomas Kovacic, die den Voitmannsdorfer Verein Anam Cara Network gründeten, brachte 2009 viele Steine ins Rollen. Beide trommelten für das Projekt der aus ärmsten Verhältnissen stammenden Lehrerin, die Schüler anfangs noch bei sich zu Hause unterrichtete: Auf ihrem Bett sitzend, lernten die Jungen und Mädchen mit den Büchern auf den Knien zu schreiben und zu lesen.

Vier Kinder in einem Bett

Über Anam Cara entwickelte sich die Hilfsbrücke zwischen Franken und Moshi am Fuße des Kilimandscharo. Statt 70 Kinder wie noch 2009 leben im Rose Education Center mittlerweile 160 Jungen und Mädchen, darunter 40 Waisen. Fertiggestellt sind die Gebäude für sieben Primary-Schulklassen, zwei Secondary-Schulklassen und eine große Kindergarten-Klasse.

Andere Vorhaben mussten warten. Beispielsweise dienen Unterrichtsräume und ein Lehrerhäuschen Schülern noch immer als Nachtquartier. "Die Schlafmöglichkeiten sind ein großes Problem. 160 Kinder können sich schließlich kaum auf Dauer auf so beengtem Raum drängen - zu dritt oder viert auf einer Matratze", meint Friederike Klein. Einige hätten sich beim nächtlichen Sturz aus dem Stockbett schon üble Verletzungen zugezogen. "Darüber hinaus sind die hygienischen Bedingungen bei dieser Enge katastrophal."

Nur sind die Mittel der Bildungseinrichtung begrenzt. Schließlich finanziert Roselyne Swai mit dem Schulgeld wohlhabender Eltern Waisenkindern Lebensunterhalt und Unterricht. "Für 10.000 Euro bekämen wir neue Matratzen, Betten und Schulmöbel. So müssten die Jungen und Mädchen endlich nicht mehr auf dem bloßen Betonboden sitzen", sagt Friederike Klein. Die Kosten für zwei Dormitorien mit Sanitäreinrichtung beliefen sich auf etwa 50.000 Euro.

Freudige Überraschung

Wie groß war die Freude bei Kindern, Lehrern und Rose Swai, als Franken der Schule 2011 um die Weihnachtszeit ganze 8000 Euro bescherten. Nicht mal Fenster und Türen hatten viele Gebäude damals. "Jetzt kommen weder Diebe noch Schlangen mehr in die Schlafräume. Sogar ein Erste-Hilfe-Häuschen konnte mit dem Geld errichtet werden", berichtet Friederike Klein.

Seit damals besitzt die Einrichtung auch über einen Anschluss ans Elektrizitätsnetz. "Die Kinder müssen nun nachts nicht mehr im Dunkeln die Toiletten aufsuchen, das allabendliche Essen und gemeinsame Gebet findet nicht mehr ausschließlich bei Kerzenlicht oder Generatorlärm statt." Sogar ein Computer könnte in absehbarer Zeit angeschafft werden - derzeit noch Zukunftsmusik, wie vieles in Moshi, was für fränkische Kindern selbstverständlich ist.