Für Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) handelt es sich um eine "unsachliche Debatte von interessierter Seite".

Ohne die "interessierte Seite" näher zu benennen sprang er am Mittwoch Abend im Bau- und Werksenat des Stadtrats denen bei, die für die Sanierung der Villa Schröppel am Michelsberg 8 e verantwortlich sind: Sie hätten Lob statt Kritik verdient.
Namentlich den Stiftungs- und Finanzreferenten Bertram Felix nahm Starke gegen laut gewordene Vorwürfe und Angriffe in Schutz, die in Verbindung mit den Arbeiten in und rund um das 113 Jahre alte Einzeldenkmal laut geworden sind.

Felix firmiert als Bauherr, weil die Villa Schröppel der Bürgerspitalstiftung gehört und er der verantwortliche Referent für die durch die Stadt verwalteten Stiftungen ist.

Dank hoher Zuschüsse aus den Investitionsprogrammen für nationale Unesco-Welterbestätten (Inuw) muss die Stiftung voraussichtlich weniger als 100 000 Euro selbst zur Sanierung des Anwesens beisteuern. Das sind rund zehn Prozent der veranschlagten Gesamtkosten. Dafür hat Felix nach Worten Starkes "Lob statt Kritik verdient".

Saniert oder zerstört?

Ob die 1902 erbaute Villa Schröppel und ihr Garten nach allen Regeln der Denkmalpflege instand gesetzt wurden oder nicht - diese Frage steht im Raum, seit die Kunsthistorikerin und Journalistin Christiane Hartleitner in der "Bamberger Online-Zeitung" harsche Kritik an der Sanierung geübt hat.

Das Landesamt für Denkmalpflege (LfD) hat auf Anfrage der Lokalredaktion bestätigt, dass die Bürgerspitalstiftung alle Arbeiten in enger Abstimmung mit der zuständigen Gebietsreferentin durchgeführt habe. Laut Generalkonservator Mathias Pfeil entbehrt die Kritik jeder Grundlage (siehe Bericht "Schön saniert, schöner Ärger!" vom 5. Januar 2015).

Zumindest soweit sie das Haus selbst angeht. Ein endgültiges Urteil zur Sanierung des Gartens will Bayerns oberster Denkmalpfleger erst dann abgeben, wenn alle Restarbeiten erledigt sind und die Natur wieder grünt.

Glaubt man Hartleitner und der Schutzgemeinschaft "Alt Bamberg", dann wurde der Garten durch die Arbeiten und Eingriffe in jüngster Vergangenheit nicht saniert, sondern zerstört.

Stephan Walz, der zuständige Abteilungsleiter im städtischen Immobilienmanagement, zeigte und erläuterte den Stadträten zahlreiche Fotos, die den Zustand der alten Villa vor und nach der Sanierung zeigen.

Er begründete einige der erfolgten Eingriffe. Beispielsweise, warum die historischen Böden erneuert wurden: Sie seien stark abgenützt und/oder durch Feuchtigkeit irreparabel geschädigt gewesen.

Ähnlich verhielt es sich laut Walz mit dem steinernen Treppenweg, über den das Haus von der Michelsberger Allee aus erschlossen wird, und der einmal zum Haupteingang des früheren Klosters Michaelsberg führte. Man hätte, sagte er, die alten Stufen gerne erhalten, beim Wenden der Steine aber festgestellt, dass sie auf der Rückseite noch stärker verbraucht waren. Deshalb hätte auch die Treppe erneuert werden müssen.

Garten vorerst ausgeklammert

Zu den weiteren Veränderungen in der Gartenanlage, die sich von der Villa bis zum Südflügel des ehemaligen Klostertraktes erstreckt, gab es keine Bilder und Informationen. Man habe den Garten "heute ausgeklammert, weil er im Winter weder für Fotos noch für eine abschließende denkmalpflegerische Beurteilung taugt", erklärte Felix.

Die Stadträte nahmen die Vorträge kommentarlos zur Kenntnis, wie sie sich auch sonst mit Anmerkungen zurück hielten. Von Norbert Tscherner (BBB) abgesehen wollte niemand über die Sanierung und die im Raum stehenden Vorwürfe an die Verantwortlichen diskutieren, bevor man sich selbst ein Bild gemacht hat. Das soll bei einem Ortstermin am 14. April geschehen. Laut OB Starke ist geplant, dass dann auch Generalkonservator Pfeil und die Bamberger Gebietsreferentin des LfD anwesend sind.
Tscherner konnte sich einige Fragen beziehungsweise Vorhaltungen an Felix nicht verkneifen. So warf er ihm vor, veranlasst zu haben, dass das Badezimmer ein zweites Mal hergerichtet worden sein soll, weil ihm das erste nicht gefallen hätte. 25 000 Euro hätte das gekostet. Felix sprach von einem geradezu "ehrabschneidenden" Gerücht, das der BBB-Stadtrat da verbreite. Was im Bad geschehen sei, war nach seinen Angaben eine "Mängelbeseitigung von sieben Fliesen".
Auf Tscherners Vorwurf, der Finanz- und Stiftungsreferent habe in der Villa Schröppel nach Belieben schalten und walten können, meldete sich Baureferent Thomas Beese zu Wort. Wie jeder andere Bauherr auch habe die Bürgerspitalstiftung für die Sanierung dieses Einzeldenkmals Anträge auf Genehmigungen stellen müssen und die Bescheide "nicht immer über Nacht bekommen".
Das Für und Wider um die Sanierung der Villa, die sich der Bamberger Süßwarenfabrikant Albrecht Schröppel 1902 als Wohnhaus bauen ließ, will der Stadtrat zum Anlass nehmen, einmal grundsätzlich den Umgang der Welterbestadt mit ihren eigenen Denkmälern zu erörtern. Den Vorschlag machte Petra Friedrich (GAL). OB Starke griff ihn auf und sicherte eine entsprechende Diskussion nach dem 14. April zu.
Gut drei Wochen später, am Muttertag, 10. Mai, hat die Öffentlichkeit Gelegenheit, das Einzeldenkmal zu besichtigen.