Aikido ist eine Sportart, die nahezu jeder ausüben kann, und bei der es kaum Verletzungen gibt. Mit Kampfkunst im eigentlichen Sinne wie beispielsweise Karate hat Aikido eher weniger zu tun, betont Dieter Ficht, Träger des Zweiten Dan und Abteilungsleiter bei der TSG 05 Bamberg, die seit mehr als zehn Jahren Aikido-Kurse anbietet.
Denn zum einen gibt es beim Aikido keine Wettkämpfe und zum anderen lehnt die Philosophie des Aikido den Kampf ab. "Ein Angriff erfolgt daher im Training nur zu Übungszwecken. Es geht dabei aber nicht darum, den Besseren zu finden", schildert Ficht.

Das Ziel von Aikido sei es vielmehr, dem Angriff nicht selbst mit Aggression zu begegnen, sondern ihn abzuwehren und die Kraft des Angreifers zu nutzen. Dies geschehe in der Regel durch Würfe und Hebel, welche einen Großteil des Aikido ausmachen. Die Techniken sind dabei so ausgelegt, dass vom Ausführenden weniger Kraft, aber höhere Genauigkeit gefordert wird. Die Energie des Angriffs wird zum Angreifer zurückgelenkt.

"Aikido kann unabhängig von der Größe, dem Geschlecht oder dem Alter praktiziert werden. Kinder unterrichten wir in der Regel bei der TSG ab acht Jahren", berichtet der Abteilungsleiter. Als Voraussetzung sollte man lediglich Spaß an der Bewegung mitbringen und sich eventuell abrollen können. Kraft hingegen brauche man eher nicht. Denn je mehr die Qualität im Aikido steigt, desto weniger Kraft wird benötigt. Überhaupt, sagt Ficht weiter, würden die Bewegungen im Aikido nicht nur die allgemeine Motorik fördern, sondern sich auch positiv auf die Gesundheit auswirken. Auch sei der Einstieg in Aikido leicht zu schaffen, da das Training schrittweise angepasst wird. "Bei uns gibt es keine Wettkämpfe und keinen Leistungsdruck. Jeder Übende legt selbst fest, wie intensiv er trainieren kann und will", erklärt der Meister des Zweiten Dan.

Matten schützen die Sportler

Auch ist beim Aikido das Verletzungsrisiko sehr gering. Zudem ist die Trainingsstätte mit Matten ausgelegt, die einen bei Würfen schützen. Und spektakuläre Würfe werden wenn überhaut erst nach einem mehrjährigen Training gemacht.

Obwohl man mit Aikido auch Angreifer abwehren kann, ist es keine Sportart zur Selbstverteidigung. "Sicherlich kann beim Aikido auch ein zwölfjähriges Mädchen einen Zwei-Meter-Mann in die Knie zwingen. Aber das lernt man nicht in wenigen Stunden. Daher ist Aikido zur Selbstverteidigung nur langfristig anwendbar", sagt Ficht. Allerdings trete man mit Aikido-Erfahrung ganz anders auf.

Die Vorteile des Sportes lägen ferner darin, dass Aikido bis ins hohe Alter betrieben werden kann, und dass die Kosten sich dafür im Rahmen halten. "Man braucht ja nicht gleich zu Anfang einen Gi, sprich einen Aikido-Anzug. Trainingskleidung reicht zunächst völlig aus." Und ein Gi würde dann auch einige Jahre halten, zumal er keinem Modetrend unterworfen sei.