Zum 80. Geburtstag von Paul Maar hatten wir über die Pläne der Stadt Bamberg berichtet, eine Sams-Ampel zu installieren. Das scheiterte an den Einwänden der Regierung von Oberfranken, nach den Richtlinien für die Lichtsignalanlagen (Rilsa) gebe es keine Möglichkeit, andere Symbole für Fußgänger zu verwenden. Das bestätigte auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Wenn man andere Lichtzeichen verwende als in der Straßenverkehrsordnung und im Verkehrszeichenkatalog zugelassen, würde die verbindliche Regelung der Ampel-Lichtzeichen in Frage gestellt.
Nun lohnt sich allerdings ein Blick nach Augsburg, wo es seit Juli eine Kasperle-Ampel gibt, die auf die Augsburger Puppenkiste verweist. "Die Regierung von Schwaben hat die beantragte Ausnahmegenehmigung mit dem Hinweis erteilt, dass im Falle eines Unfallereignisses im Umfeld der Ampel die Stadt als anordnende Dienststelle das Haftungsrisiko trägt", teilt dazu Gerd Merkle mit, der das Baureferat der Stadt Augsburg leitet. Eine besondere Haftungserklärung musste die Stadt Augsburg nicht abgeben. Auch die im Bamberger Fall geäußerte Befürchtung, dass ein anderes Ampelmännchen nicht als solches erkannt wird, hat sich in Augsburg nicht bewahrheitet. "Der Bauverwaltung ist kein Fall bekannt, dass die Signalanlage von Fußgängern falsch interpretiert werden würde", sagt Merkle. Das Haftungsrisiko war freilich ein heikles Thema, bei der Stadt Bamberg wollte man dieses keinem Mitarbeiter aufbürden. Doch der Leiter des Augsburger Baureferats erklärt, wie man dieses Risiko minimieren und so wohl auch die Regierung von Schwaben überzeugen konnte: "Da die Stadt Augsburg die Kasperle-Figur nur für die Grünphase installiert hat (Rotsignal entspricht der gültigen Vorschrift), geht das Risiko aus unserer Sicht gegen Null. Dies könnte auch für Sie ein eventueller Lösungsansatz sein."

Das würde also im Ergebnis eine Ampel mit grünem Sams und rotem Standard-Fußgänger bedeuten. Hier könnte keiner bei Rot über die Ampel gehen und sich dabei auf ein "falsches" Ampelmännchen berufen. Wer hingegen das grüne Sams nicht akzeptiert und einfach stehenbleibt, kommt im schlimmsten Fall nicht vom Fleck - aber wohl kaum in eine gefährliche Situation.

Was sagt man bei der Stadt Bamberg zur Augsburger Ampel-Strategie? Steffen Schützwohl von der städtischen Pressestelle dankt für unseren Hinweis, den er auf jeden Fall weitergeben will. Die Sache mit der Haftung sei "natürlich nicht ohne". "Der Anlass, Paul Maars 80. Geburtstag, ist ja nun leider schon gelaufen, aber vielleicht findet sich ja noch ein Weg", teilt Schützwohl mit.

Gibt es also 2018 vielleicht doch noch eine Chance für eine Sams-Ampel in Bamberg? Der Geburtstag von Paul Maar ist dann zwar schon lang vorbei, aber wer wirklich einen Anlass sucht, wird auch im kommenden Jahr fündig: Da wird nämlich das Sams 45.