Ob es nur daran lag, dass auch ein Verwaltungsdirektor mal eine Pause braucht? Oder war die Sache Landrat Günther Denzler so wichtig, dass er sogar den Sachbericht der Verwaltung ausnahmsweise selber gab? Egal wie: Die Wiedereinführung sogenannter Altkennzeichen wird bei der Auto-Zulassung im Landratsamt Bamberg nicht zugelassen. Das beschloss der Kreisausschuss des Kreistags unter Leitung von Günther Denzler einstimmig.

"Wunden sind gerade verheilt"

Zuvor hatte der Landrat keine Zweifel daran gelassen, dass ihm diese Sache wichtig war. "Die Wunden der Landkreis-Gebietsreform von 1972 sind gerade verheilt", gab der Landkreischef zu bedenken. Jetzt den Bürgern die Auswahl unter fünf verschiedenen Landkreis-Zuordnungen zu geben, von denen Teile bei dieser Gebietsreform zum Landkreis Bamberg kamen, mache wenig Sinn.

Die Zulassungsstelle am Landratsamt hätte sonst ab Sommer die Möglichkeit, neben BA für den Landkreis Bamberg auch Kennzeichen der ehemaligen Landkreise Ebern (EBN), Staffelstein (STE), Ebermannstadt (EBS) oder Höchstadt (HÖS) auszugeben. "Da können wir ja gleich Fantasiekennzeichen ausgeben", so Denzler.

Gleich vollständig abgelehnt

Denn die Ausgabe wäre aus verwaltungstechnischen Gründen nicht auf diejenigen Bürger beschränkt, die im jeweiligen ehemaligen Landkreisgebiet wohnten oder gewohnt hätten - zum Beispiel HÖS in Schlüsselfeld oder STE in Zapfendorf, sondern für alle Bürger im Landkreis Bamberg frei verfügbar. Ein "Sympathisant" aus Buttenheim beispielsweise könnte sich ein Kfz-Kennzeichen mit EBN vorne dran frei aussuchen.

Der Mehraufwand für die Zulassungsstelle sollte durch einen Gebührenaufschlag von 10,20 Euro abgegolten werden. Der Bundesrat wie der bayerische Ministerrat hatten es in das Ermessen der Landkreise gestellt, die "Altkennzeichen" in ihren Verwaltungsbereichen wieder einzuführen.

Das lehnte der Kreisausschuss nicht nur als eine Empfehlung an den Kreistag ab, sondern er lehnte es gleich vollständig ab - der Kreistag muss damit nicht mehr belastet werden.