Bouncen und Headbangen ist angesagt: Die Bambägga are bägg mit "Laib und Seele", wie sich ihr neues Studioalbum nennt. Nachdem die Franken als Rap-räsentanten einer unvergreisten Sprachkultur im vergangenen Jahr durch Russland reisten, verarbeiteten sie die zweimonatige Tour anschließend nach Noten: "Für uns war die vom Goethe-Institut organisierte Werbekampagne für die deutsche Sprache eben eine wichtige Erfahrung", meint Jonas MC, neben dem vor allem Cony MC den Silberling prägte.


"Wir-lieben-Bamberg"-Plakate


"Was auf uns zukam, war der Wahnsinn", erinnert sich Jonas MC, nachdem die Bambägga in sieben Städten (darunter Moskau, Wolgograd und Astrachan) Konzerte und Workshops an Schulen gaben.



"Einmal erwarteten uns Hunderte von Schülern mit "Wir-lieben-Bamberg"- und "Hip-Hop-ist-super"-Plakaten, als wir aus dem Bus traten." Bei einer Autogrammstunde stellte man der Band einen Security-Service zur Seite, "weil uns die Leute fast erdrückt hätten. So euphorisch reagierten die auf uns - ohne unsere Texte meist auch nur ansatzweise zu verstehen".

Für die Scheibe, die nun auf den Markt wandert, hätten sich die Bambägga keinen idealeren "Nährboden" wünschen können, wie sich Jonas MC ausdrückt. Darüber hinaus kam's zum Teamwork der Soundbastler mit einem russischen Kollegen: Beatkomponist Beat Maker Beat schrieb am vierten Album mit.

Auch anderweitig geht die Combo neue Wege. Verstärkt wollen sich die Bambägga künftig via Video präsentieren.



"Ohne ist die Youtube-Generation kaum zu erreichen." Gemeinsam mit der Bamberger Filmgruppe Philmfilm hat die Formation allein zur neuen CD schon vier Clips gedreht, "die in den nächsten Wochen auf unserer Homepage landen".

Neben Cony MC, Jonas MC und Beat Maker Beat arbeiteten an "Laib und Seele" Quendolin Fender aus Berlin, das Produzenten-Team Snowgoons und "in guter alter Tradition" Beatinyo, Akut und Scratch Dee mit, die als Bamberger schon mehrfach mit den Bambägga werkelten. Wobei die Musik für die Band als Ausgleichsfaktor wichtiger denn ist, wie Jonas MC berichtet. "Das Studium ist beendet, das Arbeitsleben begann." Cony habe es nach Berlin verschlagen. "Nach einer Phase der Umorientierung war uns aber klar: Wir müssen weitermachen, weil uns zu viel unter den Nägeln brennt."


Im Juni nächstes Konzert in Moskau


So pendeln die Bambägga zwischen Spree und Regnitz, um dem Arbeitsalltag beim Schreiben neuer Titel und Performen des bestehenden Repertoires zu entfliehen. Oder sie verlassen gleich das Land, um sich ihrer russischen fan base zu widmen. Am 21. Juni spielen die fränkischen Rap-räsentanten beim Sommerfest des Goethe Instituts in Moskau. "Und wir halten die Kontakte, um über die Goethe Institute in weiteren Ländern auf ähnliche Weise mit Schülern und Rapfans zu arbeiten."

Die Release-Party im Morphclub beginnt am 31. Mai gegen 22 Uhr. Weitere Infos über die Bambägga, vorherige Alben und die neue Scheibe, die man online auch vorbestellen kann, gibt's im Netz unterwww.bambaegga.de.