Eine Überraschung war es nicht, die Karl-Dieter Josel, der Konzernbevollmächtige der Deutschen Bahn AG, am Freitag in Bamberg verkündete: Die Machbarkeitsstudie der Deutschen Bahn hat ergeben, dass die Ostumfahrung machbar ist...

Die Variante trägt die Nummer 3 von insgesamt neun Trassenvorschlägen, die derzeit diskutiert werden. Sie ist die einzige Strecke, die neben der Ursprungstrasse von der Bahn selbst vorgeschlagen wurde. Sie führt von Strullendorf kommend entlang der Autobahn A 73 quer durch den Haupts moorwald bis zum Autobahnkreuz und weiter bis in den Süden von Breitengüßbach.



Laut Josel hat die Überprüfung ergeben, dass die zweigleisige Umfahrung östlich der Stadt sowohl von der Belastung für den Naturraum zu vertreten sei, als auch von den Auswirkungen für die in der Nähe der Autobahn lebenden Menschen. "Es ist ein Ausgleich möglich. Die Belastungen sind handhabbar", sagte Josel. Er sprach von nur zwei Dezibel Lärm, der entlang der ohnedies bereits vorbelasteten Autobahn dazukomme.
Bei den Bürgermeistern benachbarter Gemeinden lösten die Pläne der Bahn indes starke Betroffenheit aus. Johann Bäuerlein (FW/CSU), Bürgermeister von Memmelsdorf, sprach von schwerwiegenden Eingriffen. Die Strecke sei mit enormen Verlusten im Naturhaushalt verbunden. Eine Überfahrung des Autobahnkreuzes sei den Bürgern ebenso wenig zu vermitteln wie Züge, die künftig mit 300 km/h durch den Hauptsmoorwald brettern.

Ein vernichtendes Fazit zog Dietmar Volk von den Naturschutzverbänden. Die Bahnplanung bestätigte die bereits erhobenen Vorwürfe gegen eine Streckenführung im Osten. Obwohl die Bahn aus mehreren Varianten die schonendste ausgewählt habe, werde der Hauptsmoorwald praktisch in zwei Stücke zerschnitten. Die Verluste an Schutzgütern wie Wasser und Landschaft ließen sich auch dadurch nicht begründen, dass der Wald durch die Autobahn bereits vorgeschädigt sei. Laut Volk enthält auch die Lärmanalyse der Bahn bedrohliche Erkenntnisse. Sie zeige, dass sich die Belastung für alle Anlieger trotz der in Ansatz gebrachten Lärmschutzwände weiter erhöhen wird. "Die Immissionen sind so hoch, dass zig Gebäude einen Anspruch auf passive Lärmschutzmaßnahmen haben. Das ist ein hartes Signal."