107 Arbeitgeber, 4000 Besucher: "Mehr geht nicht", die Kapazitäten der Konzert- und Kongresshalle sind ausgelastet, erklärte Horst Feulner, Geschäftsführer der Kongress und Event GmbH, nach der Ausbildungsmesse im Juli 2012. Deshalb haben der Stadtrat, die Kreativagentur Kopfwerk und die Aussteller für den Umzug der Ausbildungsmesse von der Konzerthalle in die Stechert-Arena gestimmt.

Dem Schirmherren Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) liegt vor allem die Vitalität des Wirtschaftsstandortes Bamberg am Herzen. Deshalb wird am 23. Februar 2013 zusätzlich zur bisherigen Ausbildungsmesse auch eine Messe für Abiturienten in der Konzert- und Kongresshalle stattfinden. Hier werden alle fränkischen Universitäten sowie Ausbildungsbetriebe, deren Anforderungsprofil die allgemeine Hochschulreife erfordert, vertreten sein.

Schwerpunkt Duales Studium


Der Schwerpunkt aber soll auf dem Dualen Studium liegen. Der stellvertretende Landrat Johann Pfister (BBL) erklärt: "Auch Abiturienten sollen die Möglichkeit bekommen, sich aus erster Hand zu informieren, wie der spätere Berufsalltag aussieht. Aus nostalgischen Gründen Maschinenbau studieren - und dann merken, dass das Ganze doch nichts für einen ist, das lässt sich vermeiden."

Verständlich, dass der Stadt Bamberg eine Verringerung der Abbrecherquote unter den Studenten am Herzen liegt. Des demografischen Wandels wegen macht sich die Stadt Gedanken um die Zukunft: Fachkräfte werden gebraucht.

Theorie und Praxis


Deshalb soll die Ausbildung ohne große Umwege schnell und effizient erfolgen. Als Kombination zwischen Theorie und Praxis wird seit einigen Jahren das Duale Studium angeboten: Zwar ist eine solche Ausbildung mit mehr Stress verbunden als ein herkömmliches Studium, sie hat jedoch den Vorteil, während des Studiums bereits mit einem Bein im Betrieb zu stehen und Geld zu verdienen.

Eine Zeit der Orientierung und Charakterfindung ist ein Duales Studium freilich nicht. "Da ist nichts mit: In den Ferien mal eben nach Indien. Das ist kein locker-flockiges Studentenleben", erklärt der stellvertretende Landrat.
Das "locker-flockige" Studentenleben scheint in Anbetracht der aktuellen Lebensqualität der Studenten eh antiquiert: Laut Forsa-Umfrage der Techniker Krankenkasse unter nordrhein-westfälischen Studenten fühlen sich 75 Prozent von tausend Befragten nervös und unruhig, 25 Prozent haben Phasen tiefster Verzweiflung, und mehr als jeder siebte leidet unter Panikattacken.

Die Messe zum Studium findet im Februar und die Ausbildungsmesse im Juli nächsten Jahres statt, aber die Firmen-Akquise beginnt schon jetzt. Auch ein Logo ist schon entworfen: Gewinner eines Wettbewerbs jüngst an der Berufsschule war der Mediengestalter Mischa Müller. Er erklärt seinen Entwurf so: "Es führen so viele Wege in verschiedene Richtungen: Man selbst will natürlich immer geradeaus oder am besten steil nach oben. Manchmal führen aber auch Wege, die erstmal geradeaus zu gehen scheinen, doch nach unten - die beiden Messen sollen richtungsweisend sein."