Die Sonne lacht und die Vögel zwitschern in Buttenheim. Doch auf einmal wird die Idylle von einem immer lauter werdenden Surren gestört. Auf bunt lackierten, liebevoll verzierten und eigens restaurierten Vespas sausen knapp 20 Motorsportfans durch die Marktgemeinde. Kurz darauf ist alles wieder ruhig, einzig der aufgewirbelte Staub zeugt noch vom Besuch der außergewöhnlichen Gäste.
Schon seit Dienstag Nachmittag fahren die Mitglieder des Vespa-Veteranen-Clubs Deutschland (VVCD) durch die Dörfer rund um Bamberg. Auf der Fahrt gehen die Rollerfahrer ihrem liebsten Hobby nach und besichtigen dabei alles, was die Fränkische Schweiz zu bieten hat.


Italienische Legende erhalten

Neben der Organisation von Touren ist der VVCD vor allem für die Vernetzung von Anhängern des italienischen Kult-Rollers zuständig. Der Erhalt, diePflege und Wiederherstellung von Oldtimer-Vespas soll vor allem durch einen regen Austausch zwischen den etwa 270 Mitgliedern auf Stammtischen gelingen.
Auch Frank Brendgens zählt zu den Vespisten des VVCD. Den gebürtigen Kulmbacher faszinieren die Oldtimer aufgrund ihrer Geschichte, ihrer technischen Feinheiten und des ikonischen Designs. "Bis heute werden Vespas als Lizenzbauten in vielen Ländern weltweit produziert, zum Beispiel sogar in Indien", erzählt er.
Als eine weitere Tour für die VVCD-Mitglieder geplant werden sollte, erkannte der Franke darin die Chance, seine Liebe zur Heimat mit der zur italienischen Zweirad-Ikone zu verbinden. Kurzerhand rief er die "Frankentour" ins Leben, die ihre Teilnehmer aus ganz Deutschland auf rasanten Strecken durch die Fränkische Schweiz führt.Drei Tage lang führt Brendgens seine Vespa-Freunde durchs Frankenland. Auch Bamberg, Buttenheim und Ebermannstadt wurden bereits besucht, heute stehen noch Scheßlitz und Litzendorf auf dem Plan. Dass die Vespisten oft neugierig beäugt und mit Fragen gelöchert werden, freut Brendgens. "Je mehr Menschen wir für unsere Leidenschaft begeistern können, desto besser", sagt er.


Der ganze Stolz

Der Stolz von Brendgens' Gruppe ist ein deutscher Lizenzbau der Marke Messerschmitt. Der Eigentümer der rund 60 Jahre alten Vespa ist Günter Rietz. Der 83-Jährige führt den exzellenten Zustand seiner Maschine trotz hohem Alter auf seine gute Pflege zurück. "Gegen Rost muss mit neuer Lackierung vorgegangen, kaputte Einzelteile sofort ersetzt werden und auch gutes Zureden schadet nie", erklärt er.
Gedankt wird es dem Vespist mit reichlich Komplimenten, besonders vom weiblichen Publikum. "Meine rote Vespa ist ein richtiger Frauenschwarm. Oft bitten mich die Damen, Fotos mit ihr schießen zu dürfen", sagt er lachend.