Den bunt gefiederten Eisvogel kennt man von vielen Abbildungen, doch in der Natur kommt dem Spaziergänger dieser in seiner Art bedrohte Einzelgänger eher selten vor Augen. Gute Chancen, den geschickten Fischjäger doch einmal zu beobachten, bietet der neue Naturbeobachtungsturm am Hallstadter Säugriessee. Durch die Lage nahe dem neu erbauten Radwanderweg Bischberg-Dörfleins entsteht ein weiterer Anziehungspunkt für Naturinteressierte in der Region. Das Maintal ist Heimat für rund 200 Vogelarten, wie zum Beispiel die Rohrdommel, der Schreiadler und der Wachtelkönig.

Staatssekretärin Melanie Huml (CSU) gab den Turm als realisierte Maßnahme im Rahmen des Life-Natur-Projektes "Oberes Maintal" offiziell frei. Neben den beiden Landkreisen Bamberg und Lichtenfels finanziert das Bayerische Umweltministerium das 2010 begonnene Projekt gemeinsam mit dem Bayerischen Naturschutzfonds und den Institutionen Landesbund für Vogelschutz, Bund Naturschutz sowie Oberfrankenstiftung. Die Gesamtkosten betragen rund 2,2 Millionen und werden durch die EU kofinanziert. Durch die Anlage von Flachwasserzonen, Schilfgebieten und Altwässern an den Baggerseen soll wieder eine lebendige Seenlandschaft entstehen. Aussichtstürme und Erlebniswege führen die Besucher ganz nah heran. "Auf dem neuen Naturbeobachtungsturm können Besucher die einzigartige Schönheit der Auenlandschaft mit ihrer großen Vogelwelt mit eigenen Augen erleben", sagt Huml.

Die Bedeutung des Erhalts der Artenvielfalt und der geschützter Flusslandschaften hob auch Landrat Günther Denzler (CSU) hervor. Bernhard Struck von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises bedankte sich für den "hervorragenden Standort " des Naturbeobachtungsturms unweit der Hallstadter Achterbrücke. "Wir freuen uns außerordentlich, dieses Grundstück dafür erhalten zu haben, weil sich der Turm gerade hier wunderbar in die umgebende Landschaft einfügt."

Den neuen Aussichtsturm erreicht man auf dem Mainradweg zwischen der Hallstadter Achterbrücke und Bischberg. Von der Abzweigung, an der sich der Verlauf des Mainradweges vom Fluss abwendet, sind es flussabwärts noch rund 500 Meter bis zum Naturbeobachtungsturm am Säugries. Bürgermeister Markus Zirkel (SPD) konnte einen Blick auf einen Eisvogel in freier Natur erhaschen, bevor der Turm überhaupt gebaut war. Er erinnert sich: "Als wir gemeinsam mit dem Bund Naturschutz den Main nach möglichen Standorten für den Turm abgeschritten sind, hab' ich den Eisvogel zum ersten Mal in meinem Leben fliegen sehen und zwar genau hier." Mehr Informationen über das Life-Naturprojekt unter www.life-oberes-maintal.de