Seit Jahrzehnten fließt Tütschengereuther Abwasser in die Trunstadter Kläranlage. Im Abwassernetz der Gemeinde Viereth-Trunstadt fallen demnächst verschiedene Arbeiten an, werden Investitionen nötig. Nun überlegt Bischberg, ob es für die Zukunft nicht mehr Sinn macht, auch das 718 Einwohner zählende Tütschengereuth an die Bamberger Kläranlage anzuschließen, dann wäre die gesamte Gemeinde dorthin "orientiert".

Auf 50 Jahre gerechnet


Diplom-Ingenieur Jürgen Wälzel präsentierte im Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie, in der die jeweiligen Kosten auf 50 Jahre hochgerechnet waren und die eindeutige Vorteile für den Anschluss nach Bamberg aufzeigte. Das Gremium entschied sich dafür, zuerst mit der Nachbargemeinde Viereth-Trunstadt, mit der man einen guten Kontakt hat, Gespräche zu führen. Es geht dabei um die Kündigung des Vertrags, auf dessen Grundlage die Einleitung in die Trunstadter Anlage erfolgt. Erst nach einer Kündigungsbestätigung soll das Buttenheimer Ingenieurbüro mit der (stufenweisen) Planung des Vorhabens beauftragt werden.

Wie Bürgermeister Johann Pfister (BI) vor Augen führte, weise die Bamberger Kläranlage einen höheren Standard auf als die Trunstadter und habe auch eine entsprechende Reinigungsleistung. Wegen der Dimensionierung der Bamberger Anlage bilden die zusätzlichen Abwässer aus Tütschengereuth kein Problem, stellte Pfister fest. Auf Nachfrage stelle die Dimensionierung selbst dann kein Problem dar, wenn Tütschengereuth oder Trosdorf Einwohnerzuwachs bekommen.

Wie der Diplomingenieur darstellte, bräuchte es für den Anschluss nach Bamberg in Tütschengereuth ein pneumatisches Pumpwerk und eine etwa drei Kilometer lange Druckleitung nach Trosdorf. Dort müssten am Regenüberlaufbecken Vorrichtungen an die neuen Abwassermengen angepasst werden. Ab Trosdorf würde das Tütschengereuther Abwasser dann zusammen mit dem restlichen gemeindlichen ab Bischberg und über Gaustadt nach Bamberg fließen.

30 Prozent Differenz


Der Projektkostenbarwert beim Anschluss an Trunstadt ist mit 2 404 200 Euro gegenüber dem an Bamberg (2 713 300 Euro) um 13 Prozent günstiger, allerdings fallen die Jahreskosten, wie Wälzel ausführte, um 30 Prozent höher aus. Die Stromkosten bei dem zu errichtenden Pumpwerk seien zwar deutlich höher, doch wirken sich hier Kosten und Preissteigerungen - auf 50 Jahre hochgerechnet - weniger stark aus. Deswegen stellt die Variante mit dem Anschluss an Bamberg langfristig die günstigere Lösung dar, führte der Diplomingenieur vor Augen. Das überzeugte auch das Gremium.

Sollte der Anschluss an Bamberg Realität werden, so muss nicht nur der mit Viereth-Trunstadt bestehende Vertrag aufgelöst, sondern auch mit der Stadt Bamberg ein neuer geschlossen werden. Außerdem sind wasserrechtliche Zulassungen zu ändern, beziehungsweise neue zu beantragen.