"Herzlich Willkommen zur Verleihung des C.C. Buchner Preises im Spiegelsaal der Harmonie!" Teilnehmer des Rhetorikseminars des Franz Ludwig Gymnasiums in Bamberg lenkten mit einer "Nachrichten-Live-Sendung" durch den Abend der sechsten Preisverleihung des C.C. Buchner-Preises.

Mit der Auszeichnung, die mit insgesamt 2500 Euro dotiert ist, werden vom Kultur- und Schulservice Bamberg und dem Schulbuchverlag C.C. Buchner päda gogische Projekte gewürdigt, die Kindern das Bewusstsein für die Kultur näher bringen. Diese Idee hat in diesem Jahr die Pfarr- und Gemeindebücherei Stegaurach in Kooperation mit der Volksschule Altenburgblick hervorragend umgesetzt. Ihr Projekt "Als Großmutter noch ein Mädchen war" machte den ersten Platz mit einem Preisgeld von 1000 Euro.

Vier Projekte ausgezeichnet

Die Giechburgschule Scheßlitz erreichte den zweiten Platz mit "Waldtransformationen" und gewann 500 Euro. An dritter Stelle stand das Projekt "1000 Jahre Kaiserdom" der Martinschule Bamberg sowie der Grund- und Mittelschule Oberhaid. Sie erhielten 250 Euro. Erstmals wurden in diesem Jahr vier Projekte ausgezeichnet.

Ein Sonderpreis von 750 Euro wurde dem Team des Franz-Ludwig-Gymnasiums und den Bamberger Lebenshilfe-Werkstätten für ihre vorbildliche Kooperation überreicht. Seit über zehn Jahren werden mit gemeinsamen Aktivitäten von Schülern und Menschen mit geistiger Behinderung Berührungsängste abgebaut und beide Seiten für das "Andere" sensibilisiert. An Engagement fehlt es in Bamberg generell nicht: Die Anzahl der eingereichten Förderanträge beim Kultur- und Schulservice - insgesamt 14 Stück - war in diesem Jahr so hoch wie noch nie.

In Kurzfilmen wurde ein Einblick in alle Arbeiten der Teilnehmer gewährt: Das Gewinnerprojekt "Als Großmutter noch ein Mädchen war" vermittelte mit Sprach- und Filmübungen sowie Musik, wie die Kindheit vor hundert Jahren aussah. In dem dazugehörigen Theaterprojekt "Kleiner-Drache-Kokosnuss" dachten sich Zweitklässler Geschichten und Theaterstücke aus. "Und wir haben unsere eigenen Drachenpuppen gebastelt", erklärt Constantin Meinhart (8) stolz. Er war mit seiner Klasse daran beteiligt und freut sich, dass genau sein Projekt mit dem ersten Platz geehrt wurde.

Götzen aus Gips

In "Waldtransformationen" (zweiter Platz) lernten die Kinder die Natur besser kennen, auch um zu verstehen, dass sie ein Teil dieser sind. Sie bauten eine Laubhütte im Wald und bastelten Kostüme wie Tiermasken und Umhänge mit Blättern. Im Rahmen der Landesgartenschau entstand das Projekt "Gaustadter Götzengarten": Mithilfe von Künstlern gestalteten dabei Schüler der Grund- und Mittelschule Gaustadt Götzen aus Gipsfiguren.

Das Theaterprojekt "Believe - Die Show" von Kerstin Waldvogel und Claudia Morgenroth entstand anlässlich des Domjubiläums. Um den Dom ging es auch bei "1000 Jahre Kaiserdom" (dritter Platz): Den Kindern wurde das Gotteshaus und seine Geschichte nähergebracht. Durch eine Domführung bekamen sie erste Einblicke in die Architektur.

Besonders erwähnenswert ist hierbei, dass eine schulartübergreifende Kooperation - nämlich der Martinschule Bamberg, der Grund- und Mittelschule Oberhaid und der AG Veranstaltungstechnik des Clavius Gymnasiums - mit außerschulischen Partnern wie der Domkantorei und dem Schulreferat des Erzbistums Bamberg erfolgreich umgesetzt wurde.

Geld auch für "Nicht-Gewinner"

Bürgermeister Werner Hipelius lobte den Einsatz der Lehrer und der Schüler für die Kulturprojekte. Landrat Günther Denzler fügt hinzu, dass solche Projekte für Kinder und Jugendliche oft die einzige Möglichkeit sind, um mit Kulturinstitutionen in Kontakt zu kommen.


Ein "Nachrichtensprecher" vom FLG kündigte Gunnar Grünke vom C.C. Bucchner Verlag an, den Mann, der dies alles möglich gemacht hat. Seine Lehrbücher, erwähnte der Schüler, hätte einer seiner Klassenkameraden sogar so gern, dass er diese selbst bei Schulaufgaben noch auf dem Schoß liegen hätte. Gunnar Grünke, der jedes Jahr mit seinem Verlag das Preisgeld zur Verfügung stellt, dankte den Schülern für ihren tollen Einsatz und gratulierte den Gewinner-Teams.

Juror Arnd Rühlmann vom NanaTheater, der neben Kerstin Mayer, Lehrerin der FOS/BOS, und Jana Mantel, Kulturreferentin der Sparkasse Nürnberg, in der Jury saß, wies darauf hin, dass alle Projekte preisverdächtig waren, dass aber eben immer nur einer gewinnen könne "Das ist immer ungerecht!" Daher erhielten auch die "Nicht-Gewinner" eine Kulturkasse, die mit 50 Euro gefüllt ist.