Auf der Erba-Insel wird derzeit das letzte freie Fleckchen parallel zum Fischpass bebaut. Dort errichtet die Bayerische Landessiedlung vier Mehrfamilienhäuser, um die Wohnoase am Erba-Park zu komplettieren.

Doch ist derzeit von einer Oase keine Spur: Noch wird kräftig gebuddelt und betoniert. Die Anwohner der bestehenden Häuser am Ende der Krackhardtstraße stoßen sich nun aber nicht am unvermeidbaren Baulärm, vielmehr an der aktuellen "Bebauung" direkt an ihrem Grundstück: "Es handelt sich um über zwölf Container, die teils aufeinandergesetzt, mit Treppen, Balkonen und Sichtschutzwänden, Anschlüssen, etc. versehen und eindeutig für längeren Zeitraum errichtet wurden", klagt eine Anwohnerin.

Das vor kurzem errichtete "Containerdorf" hat die ausführende Firma dort aufgestellt, um die Arbeiter an der angrenzenden Baugrube unterzubringen. Und das stößt bei den Nachbarn auf wenig Gegenliebe: Blicken sie doch unmittelbar auf die zum Teil doppelstöckigen Container und einen Sichtschutzzaun. Auch der Spaziergänger erkennt: Die Container stehen ohne ausreichenden Abstand direkt an der Grundstücksgrenze.


Illegal aufgestellt?

Mehrere Nachbarn haben sich bei der Stadt beschwert. Glaubt man den Aussagen, dann hieß es beim Bauordnungsamt den Anwohnern gegenüber, dass die Container auf dieser Fläche nicht genehmigt worden seien. Steht dort ein illegales "Containerdorf"? Die Anwohner beklagen sich, dass trotz dieser eindeutigen Aussagen der Behörden bisher nichts geschehen sei.

Bei der Verwaltung kennt man die Beschwerden. "Sie werden ernst genommen", macht Claus Reinhardt sofort deutlich. "Es ist vollkommen klar, dass man mit dem jetzigen Zustand nicht einverstanden sein kann", erklärt der Sprecher des Baureferats. Er versichert, dass bereits nach einer "anwohnerfreundlichen Lösung" gesucht werde. Ersten Annahmen, dass die Container nicht genehmigt worden seien, widerspricht er aber. "Die Container sind auf einer städtischen Fläche aufgestellt und gestattet worden."

Das Bauordnungsamt habe davon zunächst keine Kenntnis gehabt, da das Gartenamt zuständig gewesen sei. Allerdings schränkt Reinhardt ein: "Zum damaligen Zeitpunkt war niemandem Umfang und Ausmaß bewusst." Möglicherweise hat die Stadt vorschnell eine Genehmigung erteilt. Die Situation doppelstöckiger Wohncontainer ist laut Reinhardt aber nicht im Sinne der damaligen Gestattung. Die Container stünden schlicht zu nah an den Grundstücken. "Das ist nicht akzeptabel." Reinhardt glaubt an ein Kommunikationsproblem.


Alternativlösung gesucht

Die Stadtverwaltung will nun auf die Firma zugehen und nach einer Alternativlösung suchen, weitere städtische Flächen böten sich an. Bei der Baufirma war am Freitag Näheres nicht mehr in Erfahrung zu bringen, dort hieß es aber, dass man ebenso Kontakt mit der Stadt aufnehmen wolle.

Eine versöhnliche Lösung scheint in Sicht, was auch notwendig wäre: "Das ist eine Situation, die wird auch 2018 noch da sein", erklärt Reinhardt. So lange, bis schließlich der letzte Lärm der Wohnoase weicht. Später einmal sollen etwa 1100 Menschen auf der Erba-Insel in insgesamt rund 800 Wohnungen, die Studentenwohnungen mitgezählt, leben können.