Vor einem dunkelroten Stoff viele Schätze aus vergangenen Tagen: Von der Decke schweben frühe Adventskalender, Federtannenbäume mit Originalwachskerzen und mundgeblasenem Baumschmuck aus Lauscha bilden den Hintergrund, vor dem sich die beiden ältesten Stücke, ein Nikolaus mit voll beladenem Schlitten und ein Schaf aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende tummeln. Das Prachtstück: Ein voll ausgestatteter Kaufladen, etwa aus den 50er Jahren. Dazwischen Engel, Krippenfiguren, Schafe, Weihnachtspyramiden - alles "von früher".



Vor dem Fenster, hinter dem sich das alles befindet, leuchten die Augen von Erwachsenen, als wären sie wieder Kinder. Und den ein oder anderen versetzten die alten Stücke vielleicht wirklich zurück in die Kinderzeit, als Weihnachten noch voller Geheimnisse und nicht voller Stress war.

"Weihnachten wie es früher war" - unter diesem Motto stand das fünfte Türchen des Breitengüßbacher Gemeinde-Adventskalenders. Im Rahmen der 1200-Jahr-Feier wird jeden Abend um 18.12 Uhr ein neues Fenster alias Türchen geöffnet, gestaltet von Privatpersonen, Vereinen oder kommunalen Einrichtungen.

Für "ihr" Fenster konnte Gabi Götz-Spönlein dank jahrelanger Sammelleidenschaft auf einen reichen Fundus an Schmuckstücken zurückgreifen. Bevor die zahlreich erschienenen Breitengüßbacher diese jedoch selbst begutachten konnten, richtete die Hausherrin einige Worte an die Gäste. Während die Spannung inmitten des mit vielen Lichtern festlich geschmückten Gartens stieg, wünschte sie sich von den anwesenden Erwachsenen, dass diese ihre wiedererwachten Weihnachtserinnerungen an die nachfolgenden Generationen weitergeben und so für die Zukunft bewahren.

Bei Gebäck und heißem Tee und Punsch war es danach endlich so weit: Begleitet von weihnachtlichen Trompetenklängen wurde der Vorhang vor dem Fenster geöffnet und somit auch das Türchen des Tages.
Was es in dem reich bestückten Fenster noch alles für Erinnerungsstücke zu bewundern gibt? Jeden Abend kann das "Fenster von früher" im Kemmerer Weg in Breitengüßbach mit eigenen Augen bestaunt werden. Am Freitag gibt es dann "einige Überraschungen" an der Kindertages einrichtung in der Seebaumstraße.