Wenn sich die Trosdorfer Blaskapelle in bunte Kostüme wirft , Pfarrer Norbert Bergmann sein FC-Bayern- Fanshirt aus dem Schrank holt, die "Solidarität" hunderte von Lachs- und Fischbrötchen zubereitet und Bürgermeister Johann Pfister im gelben Kimono die "Fischkönigin" beim Tanzen durch die Lüfte "wirbelt", dann kann das nur eines bedeuten: in Bischberg ist "Fosernocht".

Zum 29. Mal hatte der Bischberger Ortskulturring zu seiner Faschingsveranstaltung in die Sporthalle der "Solidarität" und eingeladen. Satte drei Stunden standen in der Radsporthalle ausgelassene Stimmung und Angriffe auf die Lachmuskeln auf dem Programm. Für drei schwungvolle Tanzeinlagen sorgte die Schammelsdorfer Garde.

Neben viel Lokalkolorit - Bürgermeister Pfister, sein Gemeinderat und Pfarrer Bergmann wurden in fast allen Beiträgen auf die Schippe genommen - stand auch das 1000. Gemeindejubiläum im Blickpunkt. So wähnten sich beispielsweise "Rettl und Babist", alias Susanne und Joachim Bickel, auf der großen Jubiläumsveranstaltung und waren traurig über die fehlende Prominenz. Doch gottlob, so betonten sie, war ja Bürgermeister Pfister da und der zähle schließlich für zwei. Nein, nicht wegen seines Umfangs, sondern da er sich als wahrer Tausendsassa entpuppe: "Denn er schiebt in Tütschengereuth Schnee und weiß im Gemeinderat immer, was Bischberg braucht", scherzte das Pärchen.

Mitleid hingegen hatten die beiden "betagten Herrschaften" mit ihrem Pfarrer, der selbst am Montag an seinen freien Tag arbeiten müsse, nur weil sich die Sterbenden nicht an dessen Ruhetag hielten.
Die acht Schlümpfe vom Blasmusikverein Bischberg waren unter anderem auf der Suche nach Freibier und den letzten Bischberger Ritter vom Gesangsverein Frohsinn plagten heftigste Winde, so dass er kaum aus dem "Furzen" herauskam.

Die fünf "Trauerratschen" des Altenclubs zeigten sich regelrecht sexbesessen. Sie philosophierten über "Sex im Alter", thematisierten das "Fremdgehen" und träumten von "flotten Dreiern". Und eindringlich mahnten sie, am Grab des Ehemannes stets gebückt und rückwärts davonzugehen, denn: "Ein geiler Arsch weckt schließlich Tote auf". Kein Wunder, dass das Publikum lautstark nach einer Zugabe rief.

Für Heiterkeit sorgte auch das Trio Wolfgang und Michael Baumann zusammen mit Heiko Vollmuth. Als Kaiserpaar und Bischof Eberhard kürten sie nicht nur Bischbergs erste Fischkönigin, sondern klärten auch auf, warum in Bischberg jeder zweite Bürger Kröner heißt. Sebastian Stumpf hingegen verglich als Feuerwehrmann Bürgermeister Pfister mit Karl Theodor zu Guttenberg und begeisterte mit manch anderen kleinen, humorvollen Anekdoten.

Doch bei aller Heiterkeit schwang dieses Jahr doch auch ein bisschen Wehmut mit. Denn das Duo Kröner verabschiedete sich von der Bühne. Zusammen haben es beide auf 37 Auftritte gebracht, wobei Josef Kröner davon alleine 25 Auftritte verbuchen kann. Abgesehen vom rührenden Abschied mit Wunderkerzen, stand jedoch auch bei ihnen der Frohsinn im Vordergrund und so ließen sie ein letztes Mal große und kleine Ereignisse aus ihrer Gemeinde humorvoll aufleben. Dabei erklärten sie den Bürgerschwund, machten Pfarrer Bergmann zum Engel und nahmen sich auch selbst auf die Schippe.