Die starken Gewitter hatten sich verzogen, als Erzbischof Ludwig Schick zum Pontifikalgottesdienst auf dem Gügel zusammen mit vielen Gläubigen aus dem ganzen Landkreis eintraf. Anlass war die 400-Jahrfeier der Gügelkirche und die Segnung der renovierten Schöpsorgel aus dem Jahre 1708. Zusammen mit vielen Ministranten und Domvikar Dieter Georg Jung zog der Oberhirte in die Kirche des Hl. Pankratius ein.

Dort wurde Ludwig Schick freudig begrüßt von den Zeckendorfer Kommunionkindern Magdalena, Lukas und Elias, die ihm auch einen Blumenstrauß überreichten. Anschließend hieß ihn der Scheßlitzer Bürgermeister Roland Kauper (CSU) willkommen, der seine Grußworte auch für den anwesenden Landrat Johann Kalb (CSU) und MdL Heinrich Rudrof (CSU) sprach. Kauper dankte den ehrenamtlichen Helfern. Des Weiteren führte er aus: "Mein besonderer Dank aber gilt unserem weltlichen Schutzpatron des Gügel, unserem Mesner Anton Heinert und seiner Kollegin Michaela Zeck." Nach einer kurzen Darstellung der Geschichte würdigte Kauper auch die Renovierung der Orgel. Er hoffe, dass sie nun weitere Jahrhunderte die Kirchenbesucher mit ihrem Klang begleiten werde.

Dann folgte die feierliche Segnung der Orgel auf der Westempore der Kirche durch Erzbischof Schick unter Assistenz von Kaplan Jung. Der Bamberger Domorganist Markus Willinger griff anschließend in die Tasten, trat die Pedale und ließ zum ersten Mal das Königsinstrument in seiner ganzen Klangesvielfalt nach der Renovierung erklingen.

"Es ist mir ein Anliegen, dass unsere Gotteshäuser bewahrt werden", begann der Erzbischof seine Predigt, "denn sie sind, besonders wie hier der Gügel, Fingerzeige Gottes in unserer oft orientierungslosen Zeit." Schick verwies auf das uns alle verbindende christliche Menschenbild, nach dem alle die gleiche Würde und die gleichen Rechte hätten, das unabhängig von Alter, Deutschen oder Fremden, Hautfarbe oder Religion sei. "Dieses Menschenbild müssen wir aber auch von allen einfordern, die hier bei uns leben", ermahnte der Erzbischof. Was uns weiter verbinde, sei die Werteordnung. Neben Wahrheit, Treue und Nächstenliebe zähle dazu auch das Sonntagsgebot. Zum Sonntag gehörten Gottesdienst und Sonntagsruhe.

Beim Stichwort Integration fragte Schick zunächst, wozu wir in Zukunft integrieren wollen, wenn wir selbst keinen klaren Standpunkt haben. Er forderte die Integration bei uns, Besinnung, was unser Leben ausmache. Zu der äußeren Integration führte er noch aus: "Ich hoffe, dass die Flüchtlingsströme aufhören, nicht nur damit wir nicht mehr belastet werden, sondern dass die Menschen dort bleiben können, wo ihre Heimat ist."

Nach dem Gottesdienst stellte Tobias Merkle von der Orgelbaufirma Rohlf aus Neubulach/Schwarzwald in höchsten Tönen die Vorzüge der Gügelorgel vor. Er führte aus, dass sie ein Schmuckstück sei und einzigartig in ganz Oberfranken und darüber hinaus. Dies konnten alle Gläubigen nicht nur beim großen Te Deum, sondern auch beim zusätzlichen Orgelstück nach dem Gottesdienst erleben.