Entlang der Kreisstraße, die von der B 505 an Pettstadt vorbei nach Frensdorf und weiter in den Steigerwald führt, wurde wieder eine Lücke im Rad- und Wanderwegenetz des Landkreises Bamberg geschlossen: 130 000 Euro teilten sich der Landkreis Bamberg und die Gemeinde Pettstadt, um die vom Kraftverkehr abgeschirmte Verbindung mit dem Ortsteil Eichenhof zu bauen. Dort ist in den letzten Jahren ein attraktives Einkaufsziel entstanden, Heidi Kaisers "Erlebnisernte". Der Weg führt schnurstracks zum Erdbeerfeld und Hofladen mit leckeren Eigenprodukten. Heidi Kaiser überraschte die Gäste denn auch mit einer süßen Nachbildung des Eichenhofs.

Ein erstmals 2002 zwischen der Kommune und dem Kreis erwogener Fortschritt ist somit erzielt. Und das bot Anlass, im Rahmen des Pettstadter Straßenfestes ein wenig zu feiern. Landrat Johann Kalb und Pett stadts Bürgermeister Jochen Hack radelten auf einem Tandem übers rote Band und zerschnitten es hernach, um die offizielle Verkehrsfreigabe zu symbolisieren.

Bürgermeister Hack freute sich, dass nunmehr alle Pettstadter Ortsteile bequem und sicher zu Fuß und mit dem Fahrrad erreicht werden können. Nach Neuhaus und Schadlos bestehen schon seit Jahren Rad-Wander-Wege. Außerdem kommt man auf separaten Wegen zu den Nachbarn, an der B 505 vorbei nach Erlach oder zum Schmausenkeller nach Reundorf oder: wie seit über 500 Jahren mit der Fähre Richtung Strullendorf!

Nachdem endlich der Grunderwerb ermöglicht war, sei die Abstimmung mit dem Landkreis über den Neubau zum Eichenhof unkompliziert gelaufen, berichtete Hack. Er dankte den beteiligten Grundbesitzern für ihre Mitwirkung.

Wie der Pettstadter Bürgermeister hofft auch Landrat Johann Kalb, dass sich die Nachbargemeinde Frensdorf für die Fortsetzung des Rad- und Wanderweges gewinnen lässt. Bürgermeister Jakobus Kötzner räumte später ein: "Ich bin interessiert!" Es wäre ganz im Sinne von Landrat Kalb, einen von Bamberg bis Würzburg durchgehenden Radweg ausweisen zu können. "Das wäre eine tolle Sache!", schwärmte Kalb. Im Übrigen könne sich der Landkreis Bamberg mit seinen Rad- und Gehwegen parallel zu den Kreisstraßen ganz gut sehen lassen. Davon profitiere die heimische Bevölkerung auf ihren Arbeitswegen genauso wie die Urlauber und Erholungsuchenden, die das Bamberger Land erkunden, stellte der Landrat fest.

Der Landkreis übernimmt für den neuen Rad- und Wanderweg die Baulast, während die Gemeinde für die Verkehrssicherheit sorgen wird.

Begegnung mit Kamikaze-Radler

Allen Benutzern wünschte der Landrat eine unfallfreie Fahrt und beinahe wär's dann auch gleich passiert: Während der Gemeinderat und Vertreter der Baufirmen sowie die ehemaligen Grundbesitzer auf die Verkehrsfreigabe warteten, zischte ein Kamikaze-Radler durch die Menschenansammlung, um auch noch den "mitten auf dem Weg" stehenden Bürgermeister anzufauchen. Gerade noch, dass der Raser dem quer gespannten roten Band ausweichen konnte. "Wer es so eilig hat, ins Krankenhaus zu kommen, sollte vielleicht doch weiterhin auf der Kreisstraße radeln," meinte ein Augenzeuge.