"Wortkunst ist, wenn ich dem Zauber der Worte, der Magie der Buchstaben verfalle: Plötzlich werden die Worte lebendig, schütteln ihre Druckerschwärze ab und machen sich selbständig . . ." So beschreibt Andreas Ulich seine Passion: Als Rezitator, Autor, Schauspieler und Wortkunst-Verleger möchte er Menschen in einer schnelllebigen Zeit bannen und für Literatur begeistern. Im E.T.A.-Hoffmann-Haus startet der kreative Kopf, der im vergangenen Jahr mit dem Berganza-Preis ausgezeichnet wurde, am letzten Faschingswochenende eine neue Veranstaltungsreihe.

Ab 7. Februar widmet sich Ulich wieder dem Dichter, der in Bamberg seine "Lehr- und Marterjahre" verbrachte. Manches verbindet die beiden ja: So starb E.T.A. Hoffmann 1822 in Berlin, wo Ulich geboren wurde. Und beide Wahlbamberger engagierten sich im Theater am Schillerplatz, wo der Rezitator vor Jahren sogar als E.T.A. Hoffmann in Rainer Lewandowskis "Sie sind auch kein Bamberger" zu sehen war.



Zurück zu den Wurzeln

Im Poetenstübchen erwartet Ulich Literaturfans am 7. Februar ab 17 Uhr. "Genau hier begann Hoffmanns literarische Arbeit, hier entstand der Kapellmeister Kreisler - sein Alter Ego aus den Kreisleriana. Zugleich schuf das Genie im Poetenstübchen einige seiner musikalischen Meisterwerke wie das Grand-Trio in E und etliche Motive der berühmten Zauberoper Undine."



Musik und Literatur als zwei sich gegenseitig befruchtende Hauptbereiche von Hoffmanns Schaffen sollen im Mittelpunkt der sonntäglichen Veranstaltungen am Originalschauplatz stehen. "Das Poetenstübchen unter dem Dach des Hoffmannschen Wohnhauses bietet eben auch einen besonderen Reiz über seine sehr intime Atmosphäre." Unter dem Motto "Höchst zerstreute Gedanken nebst dem Baron von B." liest Ulich bei der ersten Soirée musikalische Passagen aus den Kreisleriana und eine Episode über den verschrobenen Musikus "Baron von B." Pianist Carl Gollnast spielt dazu Werke aus Hoffmanns Zeit.



"Der vollkommene Maschinist"

An jedem ersten Sonntag im Monat soll es künftig unter dem Titel "Fantasie- und Nachtstücke aus E.T.A. Hoffmanns musikalisch-poetischem Laboratorium" ein musikalisch-literarisches Programm geben. Texte von oder über Hoffmann würden in Verbindung mit Musik gebracht, die auf dem historischen Instrument des Hauses erklingt - einem Bamberger Tafelklavier von 1809: Dem Jahr, in dem E.T.A. Hoffmann "Ritter Gluck" veröffentlichte - nachdem er am Bamberger Theater als Musikdirektor nach wenigen Monaten kläglich gescheitert war.
Die zweite Soirée folgt am 6. März ab 17 Uhr: "Der vollkommene Maschinist und der hohe Wert der Musik" ist die Veranstaltung betitelte, bei der erneut Carl Gollnast am Tafelklavier zu erleben ist.



In der Alten Seilerei

Neben Erwachsenen spricht Ulich den Nachwuchs an, um Jungen und Mädchen fürs geschriebene Wort zu begeistern. "Kinderliteratur ist ein Metier, das mich im wahrsten Sinne des Wortes magisch anzieht", sagt der Autor, der auch das Stück "Ratze-Fatze-Rüdiger" schrieb, das in der Alten Seierlei am 20. Februar mit dem Trio Colorit auf dem Programm steht. Um eine "kleine Ratte mit Pfiff" rankt sich die musikalische Erzählung für Kinder ab dem Vorschulalter. Klassische Musik, live von Oboe und Cello gespielt, in Verbindung mit einer spannenden Geschichte über Mut und Freundschaft erwartet Jungen und Mädchen bei "Ratze-Fatze-Rüdiger". Die Kinder erfahren, wie wichtig es ist mutig zu sein, nicht aufzugeben und sich auf seine Freunde verlassen zu können. "Die Musik zu meinem Text stammt aus der Feder von Eduard Resatsch", berichtet Ulich. Der Cellist, den viele sicher von den Bamberger Symphonikern her kennen, sorge gemeinsam mit Nadine Resatsch (Englisch Horn und Oboe beim Konzerthausorchester Berlin) bei Vorstellungen von "Ratze-Fatze-Rüdiger" für den guten Ton.


Termine und Tickets

Sonntag, 7. Februar, 17 Uhr: Soirée im E.T.A. Hoffmann Haus (Schillerplatz 26) "Höchst zerstreute Gedanken nebst dem Baron von B."

6. März, 17 Uhr: Soirée zum Thema "Der vollkommene Maschinist und der hohe Wert der Musik"

20. Februar, 15 Uhr: "Ratze-Fatze-Rüdiger - eine kleine Ratte mit Pfiff!", Alte Seilerei (9-11), Schaeffler-Gelände

21. Februar, 15 Uhr: "Ratze-Fatze-Rüdiger", Stephanshof (Kapitelsaal), Stephansplatz 5,

Tickets: Der Eintritt zur Soirée ist frei, Interessenten sollten sich allerdings unter 0951/968 4493 voranmelden. Der Kartenvorverkauf für "Ratze-Fatze-Rüdiger" läuft über den BVD (0951/9808220).