Das Planfeststellungsverfahren für einen neuen Verkehrslandeplatz bei Neida dümpelt vor sich hin: "Die Projektgesellschaft als Antragstellerin im Planfeststellungsverfahren zum Verkehrslandeplatz in Coburg-Meeder erarbeitet derzeit noch weitere Unterlagen. Erst nach deren Eingang kann ein Erörterungstermin von der Regierung von Mittelfranken - Luftamt Nordbayern - festgesetzt werden", teilte am Dienstagnachmittag die Pressestelle der Regierung von Mittelfranken mit. Eigentlich sollte der Erörterungstermin schon im vergangenen Jahr stattfinden.

Auch für den Bamberger Flugplatz Breitenau läuft derzeit ein Genehmigungsverfahren: Es soll dort Instrumentenflugbetrieb mit Hubschraubern stattfinden können. Ob diese Zulassung erteilt werden kann, werde derzeit geprüft, heißt es seitens der Regierung von Mittelfranken. Immerhin will die Stadt Bamberg das Ihre dazu tun, dass die Genehmigung erteilt werden kann: Im Herbst wollen die Stadtwerke Bamberg einen 3500 Meter langen Zaun rund um den Flugplatz errichten. Eine Kampfmittelsondierung findet dafür bereits im Frühling statt.

Zuständig für den Flugplatz Breitenau sind die Stadtwerke Bamberg; der Betrieb des Sonderlandeplatzes wurde dem dortigen Aeroclub übertragen. Auf 350 000 Euro wurden die Kosten für den Zaun 2014 geschätzt, und das soll immer noch gelten, sagt Jan Giersberg, Sprecher der Stadtwerke Bamberg. Für die zwei Meter hohe Umzäunung werde im Endeffekt aber die Stadt zahlen. Der Zaun ist gewissermaßen der letzte Teil des Elf-Millionen-Euro-Pakets, mit dem Bamberg den Automobilzulieferer Brose anlockte. Dazu gehörten außerdem die Erdverlegung einer Hochspannungsleitung, um die Landebahn verlängern zu können, und der Bau eines Towers sowie einer Halle.

Anders als der Coburger Flugplatz Brandensteinsebene ist die Breitenau derzeit nur für den Sichtflug zugelassen, und es gilt ein Nachtflugverbot. Außerdem handelt es sich um einen Sonderlandeplatz - anders als der Verkehrslandeplatz in Coburg hat er keine regulären Öffnungszeiten, in denen der Flugbetrieb abgewickelt wird. Spontan mal eben Bamberg anzufliegen, sei also nicht möglich, erläutert Jan Giersberg: Starts und Landungen müssen vorab angemeldet werden.


Auf Wunsch von Brose

Mit der Instrumentenflugerlaubnis können Helikopter innerhalb der zulässigen Zeiten auch im Dunkeln und bei schlechter Sicht in Bamberg starten und landen. Laut Stadt Bamberg ist der Instrumentenflug für Helikopter von der Brose-Gruppe gewünscht.

Am Flugplatz Bamberg bietet seit 2008 der "BHS-Helicopterservice" Hubschrauberflüge an. Gründer und Geschäftsführer ist Maximilian Stoschek, Sohn von Michael Stoschek und wie sein Vater Gesellschafter der Brose-Gruppe. Laut Homepage hat BHS Helicopterservice in den vergangenen Jahren "den Werksverkehr für die rund 14 deutschen Niederlassungen des internationalen Automobilzulieferers Brose übernommen". BHS Helicopterservice ging im vorigen Jahr eine Kooperation mit DC Aviation in Stuttgart ein, die auf Business-Flüge mit Flugzeugen spezialisiert war.

In Coburg wäre der Instrumentenflug für Helikopter längst möglich, bestätigt das Luftamt Nordbayern: Die Instrumentenflugerlaubnis gilt in Coburg uneingeschränkt - abgesehen davon, dass es für die vorhandene Anflugbefeuerung nur eine bis Jahresende 2019 befristete Ausnahmegenehmigung gibt. Denn die Anflugbefeuerung in Coburg ist nicht regelkonform. Deshalb soll ein neuer Flugplatz gebaut werden, der keinen solchen Einschränkungen unterliegt - dafür läuft das eingangs genannte Planfeststellungsverfahren.


Einschränkungen

Der Bamberger Flugplatz kann für Flugzeuge nicht nicht instrumentenflugtauglich ausgebaut werden - da steht eine 110-kV-Leitung im Weg. Sie wegzuverlegen "würden einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag kosten", und mehr als die jetzige Landebahnlänge sei wegen der A73 im Osten und dem Berliner Ring im Westen auch nicht drin, sagt Jan Giersberg.

Für Brose stelle der Helikoptereinsatz eine "sinnvolle Ergängzung zum Werkflugverkehr dar", sagt Brose-Sprecherin Katja Herrmann. Das gelte aber nur für Direktflüge innerhalb Deutschlands und oft direkt ins Werksgelände hinein. Nur die Brose-Standorte in Coburg, Bamberg/Hallstadt und Berlin könnten nicht direkt mit Hubschraubern angeflogen werden.

Im europäischen Werkflugverkehr nach England, Tschechien oder in die Slowakei setze Brose auf seine Flugzeuge, betonte Herrmann. Sie sind schneller, haben die größere Reichweite und können mehr Passagiere und Gepäck mitnehmen als Hubschrauber. Diese Gesichtspunkte sowie die Witterung "und wirtschaftliche Gesichtspunkte" seien ausschlaggebend bei der Wahl der Verkehrsmittel. "Ein mehrfacher Wechsel der Flugmittel ist im Werksflugverkehr nicht üblich und dementsprechend nicht vorgesehen."