Für Brisanz sorgte der Tagesordnungspunkt in der Stadtratssitzung, in dem es um einen Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes der Stadt Baunach zur Errichtung eines Reiterhofes im Bereich des Örtleinsweges, sprach, dass fast 100 Pferdefreunde auf Stühlen und auf dem Boden sitzend der Stadtratssitzung beiwohnten.

Bereits 2008 hat die Stadt Baunach zugestimmt, eine vorhandene Holzlagerhalle für die Haltung vor vier Pferden in diesem Bereich zu nutzen. Gleichzeitig wurde aber dem Antragsteller mitgeteilt, dass es sich bei diesem Grundstück um eine Erweiterungsfläche für Wohnbebauung handelt. Die Nachbarn stimmten damals im guten Glauben zu, dass es bei den vier Pferden bleiben würde.


Nachbarn beschweren sich

Zwischenzeitlich hat sich die Anzahl der Pferde jedoch auf 15 erhöht und es wird Reitunterricht gegeben. Angrenzend befindet sich das Baugebiet "See leite", deren Bewohner massive Beschwerden bezüglich Geruchsbelästigung, Fliegen und Lärm vorbrachten.

Um dem Pferdehof eine dauerhafte Existenz zu ermöglichen, so erläuterte Bauamtsleiterin Monika Calnbach, müssten für die Flächen eine Flächennutzungsplanänderung und ein Bebauungsplan aufgestellt werden, die neben den reinen Reiterhof flächen auch die Weideflächen und Reitwege enthalten müssten.

Ebenso müssten Trink- und Abwasseranschlüsse und deren Leitungen verlegt werden - alles Kosten, die die "Pferdepartner Franken" alleine nicht tragen könnten. Als Problem erkannte der Stadtrat das fehlende Grundeigentum und die massiven Beschwerden der Nachbarn.

Nachdrücklich erkannte Bürgermeister Ekkehard Hojer aber auch an, dass der Verein sich engagiere und eine positive Außenwirkung auf die Stadt habe. Peter Großkopf (SPD) sah bei einer negativen Bescheidung das Ende des Vereins, zudem müsse geklärt werden, ob das Land dort jemals Entwicklungsland werde und ob die Grundstückeigentümer die Flächen zur Verfügung stellen würden.

Bürgermeister Hojer sah eher die Suche nach einem Alternativstandort als vordringlich an. Er plädierte dafür, den derzeitigen Zustand so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, jedoch habe man kaum weitere Bauflächen zur Verfügung.

So kam es, wie es kommen musste: Der Stadtrat Baunach sprach sich mit einer Gegenstimme gegen die Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans zur Ausweisung eines Reiterhofs aus, um einer zukünftigen baulichen Entwicklung und einer Ausweisung möglicher Neubauflächen nicht entgegen zu stehen. Die Stadt Baunach und die Verwaltung werden dem Verein "Pferdepartner Franken" alle Unterstützung geben, um einen geeigneten Ausweichstandort im Gemeindegebiet zu finden.


Ein dritter Anlauf

Einen dritten Anlauf nahm der Stadtrat eine genehmigungsfähige Planung zur Einrichtung einer weiteren Kinderkrippengruppe im Awo-Kinderhaus St. Magdalena vorzustellen.

Zunächst wollte Architekt Stefan Paptistella einen Anbau an das bestehende Gebäude bewerkstelligen. Dies missfiel der Regierung Oberfranken als zu klein und nicht praktikabel, dafür schlug sie eine "Boxenlösung" vor, die drei boxenförmige vorgelagerte Gebäudeteile vorsah und den ursprünglichen Kostenrahmen deutlich überstieg.

Deshalb beriet der Stadtrat nun über die dritte Variante mit einem kompakten Anbau hinter dem Bestandsbau, der auch von der Regierung Oberfranken abgesegnet wurde. Vorgesehen ist nun, rechts neben dem Kindergarten ein eingeschossiges Gebäude mit Pultdach anzubauen, in dem die zwei Krippen untergebracht werden können. Damit wächst die Nutzfläche um 225 Quadratmeter. Notwendig sind noch Umbauarbeiten im Bestandsgebäude, wo im Untergeschoss der Hort einziehen soll.

Um einiges billiger als die Boxenlösung ist diese nun wohl endgültige Variante allemal: Statt der im Raum stehenden 1,2 Millionen Euro soll die Erweiterung einschließlich der neuen Außenlagen nun 875 000 Euro kosten, Fördermittel stehen in einer Höhe zwischen 300 000 und 400 000 Euro bereit. Geprüft werden muss noch die Energieversorgung über das Bestandsgebäude.


Wesentliche Vorteile

Froh über die Entscheidung war auch Awo-Geschäftsführer Werner Dippold, der in der jetzigen Lösung sowohl von der Wirtschaftlichkeit als auch von der Optik wesentliche Vorteile sah. Einstimmig war der Stadtrat dafür, nun entsprechende Förderanträge und den Bauantrag zu stellen.