Eigentlich war der Plan: eine übersichtliche Grafik mit Punkten an den Stellen, wo die Bamberger auf öffentlichen Flächen grillen dürfen. Viele tun's ja, gar zu Hunderten wie etwa auf der Jahnwiese. Sie ist wohl die erste Adresse in Sachen kollektives Glut-Anfachen.

Doch wenn man es ganz genau nimmt, dürfen Freiluft-Freunde ihren Spieß eigentlich nur an zwei ausgewiesenen Feuerplätzen in Bamberg auf das Rost legen. Das erklärt Rüdiger Frank aus dem Aufgabengebiet Sport und Spiel beim Bamberger Gartenamt. Geregelt ist das in der Grünanlagensatzung der Stadt. Demnach ist offenes Feuer im kompletten Stadtgebiet verboten. Der Grund ist einfach: Feuergefahr.

"Stellen Sie sich vor, im Hain springt ein Glutfetzen ins Laub. Da muss nicht mal sofort was rauchen. Aber dann, wenn es losgeht und der Hain das Brennen anfängt, kann es zu massiven Waldbränden kommen", führt der Fachmann vom Gartenamt aus.

Passiert ist das zum Glück bisher noch nicht. Was dagegen häufiger vorkommt, sind dunkle Brandflecken, etwa auf der Jahnwiese. "Die kommen von den Einweggrills, die sind ein großes Problem", sagt Frank. Denn der Abstand zwischen dem Gras und den bodennahen Grills sei viel zu gering. Damit die Wiese nicht verbrenne, müssten generell auch beim Grillen zuhause am besten 50 Zentimeter und mehr zwischen Grill und Untergrund liegen.

Frank mahnt: Egal, bei welcher Örtlichkeit - lasse man den angeschürten niedrigen Grill stehen, brenne irgendwann das Gras an. "Wenn sich eine Flammenwalze entwickelt hat, kann man nicht steuern, wo sie hinläuft." Rüdiger Frank sagt aber auch: "90 bis 95 Prozent der Leute grillen so, dass es halbwegs passt."

Allerdings: Streng genommen grillen sie auch dort, wo sie es nicht dürfen. Denn offiziell ist es nur an kenntlich gemachten Feuerstellen in Bamberg erlaubt. Eine befindet sich auf der Jahnwiese, eine gepflasterte Mulde in der Nähe der öffentlichen WCs. Die andere Grillstätte liegt am Spielplatz am Sylvanersee in Gaustadt.

Bei beiden kann der Mann vom Gartenamt von Vandalismus berichten. Da bleiben leere Wodkaflaschen liegen oder vom Balken einer Schaukel wird Holz abgehackt, weil jemand etwas zum Grill-Anfachen braucht. Von einem anderen Spielplatz im Stadtgebiet erzählt Frank, dass Leute ihren Grill direkt auf der Holzplattform eines Spielgerätes angezündet haben. "Da müssen wir dann für viel Geld eine neue anschaffen."

Auf keinen Fall Spiritus

Immerhin: Von einem nennenswerten Einsatz, bei dem ein Grillabend außer Kontrolle geraten ist, weiß Stadtbrandrat Matthias Moyano nichts zu berichten. Er nutzt unsere Anfrage gleich zu einem Appell: "Der Umgang mit Spiritus beim Grillen ist wahnsinnig gefährlich! Verwenden Sie zum Anzünden feste Grillanzünder oder zugelassene Anzündepaste!"

Die einzigen Vorfälle, die laut Rüdiger Frank vom Gartenamt bisher zu beklagen waren, waren ausgebrannte Mülleimer - wenn zu heiße Asche eingefüllt wurde.

Er gibt einige Tipps für das Grillen im Privaten: Die Asche sollte auf jeden Fall erkaltet sein, am besten mit Wasser abgelöscht. Sie kann, zumindest zuhause, gelegentlich auf Pflanzbeete verteilt werden, allerdings nicht zu oft und nicht zu viel. Und: Am besten sind "Dreibeine" oder generell Grills, die genügend Raum zur Wiese lassen.
Was passiert eigentlich, wenn Mitarbeiter des Gartenamtes jemanden beim "illegalen" Grillen auf einer städtischen Grünfläche erwischen? "Wir sprechen die Leute an, aber vertreiben können wir niemanden", sagt Frank. Kann das vielleicht die Polizei? Und tut sie es?

Holger Dremel, Sprecher der Polizei Bamberg, erklärt: "Wenn ein Verstoß gegen eine Stadt-Satzung vorliegt, ist das eine Ordnungswidrigkeit. Ob die Stadt das dann auch weiterverfolgt, liegt in ihrem Ermessen."
Die Polizei reagiere zwar auf Hinweise von Bürgern und verfolge diese weiter, "aber wir legen in den Sommermonaten unseren Fokus nicht auf die Kontrolle von grillenden Menschen."

Von diesen dürften nicht wenige überrascht sein, dass die Jahnwiese - bis auf die Feuerstelle - eigentlich verbotenes Territorium ist. Stellt sich allerdings die Frage, wo die 400 Griller sonst hinsollen.
Ein junger Mann auf der Jahnwiese meint: "Hier grillen doch alle. Ich bin davon ausgegangen, dass es erlaubt ist."

Als er auf der Jahn-Halbinsel angekommen sei, hätten schon etliche Grills geraucht. Es gäbe viele Bamberger ohne Garten oder Balkon, an irgendeinem Ort müsse ihnen schon die Möglichkeit gegeben werden, gemeinsam zu grillen.

Spielplatz zum Grillen mieten

Wer das ganz offiziell tun möchte, zum Beispiel auf einem städtischen Spielplatz, für den gibt es die Möglichkeit einer Ausnahmeregelung für private Feiern. Darauf weist Rüdiger Frank hin. Der Interessent müsse dann eine schriftliche Nutzungsvereinbarung mit dem Gartenamt abschließen und Feuerwehr sowie Polizei informieren.
Generell möchte Frank am Ende noch eine Botschaft loswerden: "Unsere Grünanlagen sehen so aus, wie mit ihnen umgegangen wird."