Hoffentlich wird das kein Faschingsscherz, mag man sich für den alten Kasten wünschen: Am 11. November soll das alte Hallenbad endlich Thema im Bausenat sein.

Seit über vier Jahren steht es verlassen am Margaretendamm. Sogar Einzeldenkmal ist es, ein Vertreter der charakteristischen Architektursprache der 1960er Jahre. Aber das hilft dem alten Haus wenig, seine typische, zum Fluss gewandte Glasfassade bleibt dunkel.

Immerhin, kurz war das alte Bad seit seiner Schließung wiederbelebt worden: 2012 hat das Kontakt-Kulturfestival Station gemacht, ein Jahr zuvor das E.T.A.-Hoffmann-Theater.

Seit drei Jahren hat keiner mehr vorbeigeschaut - bis auf einen Mitarbeiter der Stadtwerke Bamberg, denen die Immobilie gehört. Sie müssen die "Verkehrssicherheit" regelmäßig prüfen, wie Sprecher Jan Giersberg sagt. Doch Einzelnutzungen wie Veranstaltungen, die gibt es seit 2013 nicht mehr. Wasser- und Wärmeversorgung sind außer Betrieb, nur ein bisschen Notstrom gibt es noch.

Der wird gebraucht, wenn in den "Katakomben", so Giersberg, jemand herumwuselt. "Wir verwenden sie derzeit als Lager, weil wir unseres gerade umbauen." Apropos Umbau: Möglicherweise tut sich demnächst auch im Hallenbad selbst etwas. Denn seit dem vergangenen Jahr bekommt die altehrwürdige Schwimmhalle auch Besuch von zwei ganz bestimmten Herren: Gutachter. Ihre Mission: Wertermittlung. Sie untersuchen Grundstück und Gebäude, denn es geht darum, Rahmenbedingungen für den Kauf festzulegen.


Absichtserklärung 2012

Die Stadt Bamberg, die Stadtwerke und die Otto-Friedrich-Universität haben bereits 2012 eine Absichtserklärung unterschrieben, nach der das Bad zukünftig von der Uni als Sportzentrum genutzt werden soll. Seitdem wird verhandelt, auch aktuell laufen Gespräche der Beteiligten mit der "Immobilien Bayern" (Imby), die für den Freistaat Grundstücksgeschäfte vornimmt.

Von Uni-Seite ist man "nach wie vor hochinteressiert an dem Hallenbad zur Unterbringung und Vereinigung der universitären Sportstätten - bislang verteilt auf Volkspark und Feldkirchenstraße - auf dieser Fläche", ist von Tanja Eisenach aus der Pressestelle zu erfahren. Ihre Kollegin Samira Rosenbaum konkretisiert: Den bisherigen Standort am Volkspark an der Pödeldorfer Straße würde die Hochschule aufgeben. Wie weit sind die Verhandlungen gediehen? Eigentlich hätte die Nachfolgenutzung des alten Hallenbads bereits am 16. September im Bausenat diskutiert werden sollen. Doch kurzfristig wurde der Tagesordnungspunkt abgesetzt, weil "nicht sitzungsreif", wie von Stadt-Sprecherin Ulrike Siebenhaar zu erfahren war.

Jan Giersberg von den Stadtwerken führt dazu aus: Der Punkt wurde deswegen gestrichen, weil damals schon ein Besprechungstermin für den 7. Oktober festgestanden habe, der neue wesentliche Erkenntnisse bringen sollte. Nun werde es noch einen weiteren Gesprächstermin zwischen Imby, Stadt und Stadtwerken geben.
Und dann kommt der 11.11. Ab 16 Uhr wird vielleicht klarer, ob und für wie lange die Durststrecke des alten Hallenbades noch anhalten wird. An diesem Termin tagt das nächste Mal der Bau- und Werksenat der Stadt Bamberg. Laut Stadt-Sprecherin Ulrike Siebenhaar ist im November voraussichtlich "etwas spruchreif", auch Stadtwerke-Mann Jan Giersberg rechnet mit "neuen Erkenntnissen".

Beide betonen: Die Universität hat Priorität 1. Nach wie vor melden sich bei den Stadtwerken auch andere Interessenten. Doch Giersberg verweist Dritte immer wieder auf die Absichtserklärung, die Stadtwerke, Stadt und Uni vor drei Jahren für das rund 9300 Quadratmeter große Gelände abgegeben haben.

Es ist die einzige Zahl, die Giersberg zu entlocken ist. Was so ein leer stehendes Hallenbad kostet, könne er nicht sagen. Die Unterhaltskosten seien auf "ein Minimum reduziert". In welcher Höhe sich der Verkaufspreis bewegt, auch dazu ist mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen nichts zu erfahren.

Vielleicht ist nach der Bausenatssitzung in rund zweieinhalb Wochen immerhin klar, ob und wann die "Immobilien Bayern" das Hallenbad als neues Sportzentrum für die Uni erwirbt. Aus der Schwimmstätte könnte dann eine wettkampftaugliche Zweifachhalle mit Gymnastikraum werden. Davon war schon 2012 in einer Pressemitteilung der Stadtwerke die Rede.