"Das Ideologische und das Politische müsste man rauslassen, dann kämen die einen und die anderen." Das sagt Manfred Schötz, Bürgermeister des benachbarten Oberschwarzach und bringt damit auf den Punkt, was es für die Ausstellung "Wilde Buchenwälder" an Ebrachs Hauptstraße schwermachen könnte. Die Anfänge der Ausstellung gehen auf die Diskussion um einen möglichen Nationalpark zurück.

Darauf bezog sich Landrat Johann Kalb (CSU) in seiner Ansprache zwar nicht direkt. Aber zur Vorgeschichte erwähnte er eben doch auch die ersten Überlegungen eines damaligen Umweltministers Söder, "im Markt Ebrach ein bundesweit bedeutsames Bildungszentrum zum Thema Buchenwälder zu errichten". Letztlich kam es dann so, dass im Handthal das Steigerwald-Zentrum und bei Ebrach der Baumwipfelpfad entstanden ist.

Die Ausstellung "Wilde Buchenwälder" wiederum ergänze diese Angebote thematisch, stellte der Landrat fest. Sie widme sich schwerpunktmäßig der Vielgestaltigkeit der Lebensräume natürlicher Buchenwälder. Sie verstehe sich auch als konkrete Umsetzungsmaßnahme der nationalen und bayerischen Strategie zum Erhalt der Biodiversität. Mit klassischen wie modernen Ausstellungselementen ausgestattet, sei sie modulhaft konzipiert, lasse sich somit ergänzen und jederzeit ändern.

Sie bilde gewissermaßen einen Grundbaustein. Getragen wird sie vom Förderverein Naturerbe Buchenwälder. Zu dessen Mitgliedern zählen der Landkreis Bamberg, die Märkte Ebrach und Burgwindheim, der Bund Naturschutz in Bayern, der Landesbund für Vogelschutz in Bayern, World Wildlife Found Deutschland, die Naturforschende Gesellschaft Bamberg, die Universitäten Bayreuth und Würzburg.

Kalb lobte auch die zweigleisige Nutzung der Räume an der Hauptstraße einerseits für die Ausstellung und andererseits als Tourist-Info. Daran habe es in der Vergangenheit gemangelt, stellte er fest. Dank sagte er der Truppe aus dem Landratsamt (Fachbereich Umweltschutz) mit Brigitte Weinbrecht an der Spitze, die das Projekt leitete, sowie als "einem der größten Geldgeber" - Georg Schlapp, Vorstand des Bayerischen Naturschutzfonds. Insgesamt wurden ohne Bauleistung der Gebäudeeigentümer-Familie Göb 154 5000 Euro investiert; zu den 120 000 Euro für die Ausstellung steuert der Naturschutzfonds 60 000 Euro bei, die Oberfrankenstiftung 30 000, der Landkreis 10 000 und der Förderverein 20 000 Euro.

17 500 Euro für ausstellungsbezogene Bauleistungen tragen die Sparkassenstiftung, die Stiftung Helfen tut gut und der Förderverein bei. Die 17 500 Euro werden für die Infotheke vom Markt Ebrach und aus Landschafts- und Naturpark-Mitteln bezahlt.

Auch Familie Göb, Eigentümer der denkmalgeschützten Immobilie in der Hauptstraße 5 (früherer Schleckermarkt), investierte in Baumaßnahmen, damit die Ausstellung hier umgesetzt werden konnte, wie lobend erwähnt wurde.

Ebrachs Bürgermeister Max-Dieter Schneider (SPD) würdigte die Ausstellung als "weiteren touristischen Höhepunkt in der Region". Er sagte allen Dank, die zu der Umsetzung beigetragen haben.

Ausstellung und Infotheke wünschte er viele Besucher, die zum Nachdenken angeregt werden "und unserer Umwelt nach dem Besuch hier hoffentlich mit anderen Augen begegnen werden". Die Ausstellungs-Eröffnung wurde von einem Quartett der Lebendigen Streicherschule Stegaurach umrahmt, den kirchlichen Segen erhielten die neu gestalteten Räumlichkeiten von Pfarrerin Cornelia Meyer und Pater Franziskus Büll.

"Mir gefällt es; die Aufteilung, offen und informativ", stellt Oberschwarzachs Bürgermeister fest; rein privat.