Sommerzeit ist bekanntlich auch Radelzeit. Ob der Weg zur Arbeit oder nur ein Ausflug - viele Menschen nutzen dafür das Fahrrad. Dabei erfreuen sich auch immer mehr Räder mit Elektromotoren großer Beliebtheit. "Die Nachfrage steigt in den letzten Jahren kontinuierlich an. Mittlerweile haben E-Bikes in unserem Geschäft bereits einen Anteil von 15 bis 20 Prozent", berichtet Siegfried Bürger vom Fahrradhaus Griesmann. Waren anfänglich vorwiegend ältere Menschen mit zum Teil künstlichen Hüften oder Kniegelenken hauptsächliche Kunden von Elektro-Fahrrädern, greifen inzwischen auch verstärkt Jüngere zu den Rädern mit Hilfsmotoren. Daher hat die Radindustrie viele neue Varianten auf den Markt gebracht. "Die Palette reicht mittlerweile von sportlichen E-Bikes bis hin zu Mountainbikes und Trekkingräder mit Antrieb. Es gibt sogar bereits Hersteller, die Jugendräder mit Elektromotoren anbieten", schildert der Fachhändler. Allerdings sei im Jugendbereich die Nachfrage noch nicht allzu hoch.
Die Preisspanne der E-Bikes reicht von 2000 bis 7000 Euro. Laut Siegfried Bürger gibt es nach oben keine Grenzen. So wären beispielsweise auch Carbonräder mit Hilfsmotoren auf den Markt, für die man schon mal um die 15 000 Euro hinblättern müsse.
In der Regel erreichen die E-Bikes eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 25 Stundenkilometern. "Es gibt aber auch Räder, die bis zu 45 Kilometer die Stunden schaffen. Die werden dann aber wie ein Moped eingestuft. Sprich man braucht eine Versicherung und es herrscht beim Fahren Helmpflicht", sagt der Bamberger Radhändler. Zudem dürften mit diesen nicht alle Fahrradwege benutzt werden.
Die Reichweite der Akkus beträgt bis zu 220 Kilometer. Allerdings sei diese sehr stark abhängig von der Stärke der Akkus, dem Gewicht des Radfahrers und welche Strecke gefahren wird. Bei Bergfahrten ist der Energieverbrauch natürlich höher, als wenn man sich auf gerader Ebene bewegt.
Doch wie sicher sind eigentlich E-Bikes? Genauer gefragt deren Akkus beim Wiederaufladen. Denn erst kürzlich musste die Feuerwehr in Bamberg mit 25 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen ausrücken, um einen in Brand geratenen Akku eines E-Bikes zu löschen. Zwar war die Gefahr schnell unter Kontrolle, aber der Schaden in Höhe von rund 1000 Euro und ein beißender Schmorgeruch wird die E-Bike-Besitzerin noch eine Zeit lang an den explodierten Akku in ihrer Küche erinnern.
"Solche Akkus können sich schon mal entzünden. Die Ursachen sind vielschichtig und können beispielsweise von einem defekten Kabel, welches äußerlich intakt aussieht, aber innerlich einen Schaden hat, ausgehen", erläutert Stadtbrandrat Matthias Moyano von der Feuerwehr Bamberg. Allerdings seien diese Akkus relativ sicher. So hätte bisher die Feuerwehr "lediglich" zu zwei Einsätzen ausrücken müssen, bei denen E-Bikes-Akkus die Ursache für einen Brand waren.
Auch Siegfried Bürger hat nach eigenen Angaben bisher noch keine Reklamation von Kunden bezüglich explodierender Akkus gehabt. Zumal die neuen Akkus bei weitem nicht mehr so heiß würden wie die ersten Modelle. Allerdings rät der Fachhändler zu einem jährlichen Kundendienst und einen sorgsamen Umgang mit den Akkus und Ladegeräten. "Am besten die Akkus in der Garage oder auf einen Fliesenboden laden und weniger auf einem Teppichboden", so Bürger. Auch sollte man nach dem Ladevorgang die Akkus vom Stromnetz nehmen und sie am besten unter Aufsicht laden und weniger über Nacht.
"Ansonsten sind E-Bike-Akkus sicherlich nicht gefährlicher als andere Elektrogeräte auch. Mir ist vor kurzem ein Toaster, der zwar in der Steckdose eingesteckt, aber nicht eingeschaltet war, in Brand geraten", betont der Fahrradhändler. Eine Einschätzung, die auch Stadtbrandrat Moyano teilt. Neben Kerzen seien Elektrogeräte im Haushalt mit die häufigste Brandursache.