Sie sehen weich und lustig aus. Wie sie im Schneckentempo über den Meeresgrund kriechen und sich mit ihren dicken Ärmchen an Korallenriffen entlang hangeln, wirken sie fast harmlos.

Doch der Gemeine Seestern ist ein erfolgreicher und gefährlicher Jäger. Gemein heißt übrigens nicht, dass der Seestern ein fieser Kerl ist, sondern dass er ein normaler, einfacher Vertreter seiner Art ist.

Eine Miesmuschel würde das vielleicht anders sehen. Die zählt nämlich zum Lieblingsessen des Gemeinen Seesterns. Deshalb findet man ihn auch besonders häufig an Miesmuschelbänken.

Kein Kopf, aber viele Arme

Ein Seestern hat keinen Kopf, sondern besteht aus einer flachen Scheibe, an der die dicken Ärmchen angewachsen sind. "Der Gemeine Seestern hat meistens fünf Arme", sagt Klaus Roos vom Meeresaquarium Nautiland im thüringischen Sonneberg. "Aber es gibt auch Vertreter seiner Art, die viel mehr Arme haben."

An der Unterseite dieser Arme sitzen etliche kleine Saugfüßchen. Sie sind das wichtigste Werkzeug eines Seesterns und dienen ihm zur Fortbewegung - und als "Besteck".

Denn wenn er eine Muschel gefunden hat, setzt er sich auf sie und umklammert sie mit seinen Armen. Mit den Saugfüßchen zieht er fest an der Schale. Aber die Muschel ist clever - und verschließt sich ganz fest. Irgendwann muss sie sich aber doch einen kleinen Spalt öffnen, um frisches Wasser zu bekommen.

Auf diesen Moment hat der Stern gewartet. Sofort stülpt er seinen Magen durch eine Öffnung an der Unterseite seines Körpers nach außen und führt ihn in die Muschel ein.

In der Schale verdaut

Da die Muschel in ihrer Schale festgewachsen ist, kann er sie nicht einfach herausziehen. Also spritzt der Seestern eine spezielle Flüssigkeit hinein, die die Muschel in ihrer Schale verdaut. Wenn sie aufgelöst ist, zieht der Stern seinen Magen wieder zurück und schlürft dabei die matschige Muschel aus.

Ist der Gemeine Seestern mit einer Muschel fertig, wandert er weiter zur nächsten. Auf seinem Speiseplan stehen neben Miesmuscheln übrigens auch Austern, Schnecken und Fischeier. Klaus Roos sagt, dass Seesterne auch gerne kleinere Fische oder Aas essen - das sind tote Tiere. Sie nimmt er durch das Scheibenloch auf und verdaut sie in seinem Bauch. Dann sieht er wie eine gut gefüllte Tüte aus.

Gemeine Seesterne lieben steinige Küsten und sind in fast allen Meeren Europas zu finden. Hier lebt er in den Wasserbereichen, die auch bei Ebbe nicht austrocknen. So entgeht er seinen Fressfeinden - den Möwen. Für die ist ein Seestern nämlich ein richtiger Leckerbissen.


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