Der Otto wird's schon richten mit den Rückenschmerzen, wenn man durch die Öffnung in seiner Grabstätte krabbelt. Ewigkeiten hat man sich darauf "verlassen" können.

Seit die Michaelskirche für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich ist, weil die Gefahr besteht, das Teile der Decke herabstürzen könnten, müssen die Leidenden doch wieder zum Orthopäden und zum Physiotherapeuten.
Oder haben die Bamberger und die Besucher aus der ganzen Welt doch noch eine Möglichkeit gefunden, sich vom heiligen Otto Gutes tun zu lassen?

Könnte man meinen, wenn der Blick auf den rechten Fuß seiner Statue auf dem Maxplatzbrunnen fällt. Aus dem Schuh schaut die Großzehe heraus, die so blank gerieben ist, dass sich das Licht darin spiegelt. Sind die Hoffenden umgestiegen auf den Wunsch nach Linderung ihrer Fußleiden?

Wohl kaum. Am Fuß, am Schuh und an der Zehe reiben soll - der Aberglaube macht es möglich - Glück im Allgemeinen und im Besonderen bringen. Die Studenten in Edinburgh beispielsweise fassen gern an die Zehe des des Philosophen David Hume, um besser durchs Examen zu kommen. Die Statue auf der Royal Mile schaut an ihrem rechten unteren Ende reichlich mitgenommen aus.


Armer Bobby

Und der kleine Bobby in dieser schottischen Stadt ist noch schlimmer dran. "Greyfriar's Bobby" ist das bronzene Abbild eines Hundes, der 14 Jahre lang am Grab seines Herrchens gewacht haben soll. Seit vor einigen Jahren Fremdenführer anfingen zu erzählen, dass auch der Griff an die Hundenase Glück bringen soll, sind auswärtige Betrachter kaum zu bremsen.

Im Herbst 2013 wurde eine dünne Bronzeschicht neu aufgebracht - und schwarze Farbe. Die jedoch hat gerade mal zwei Tage gehalten.

So mancher Stadtbewohner könnte aus der Haut fahren, wenn er sieht, dass schon wieder ein Tourist seine Hand nicht bei sich behalten kann. Da helfen alle offiziellen Erklärungen nicht, dass es keine Tradition ist, das Hundchen anzutatschen.

Auch John Harvard in Cambridge (Massachusetts) geht es nicht viel besser. Bei ihm ist's nicht das Riechorgan sondern der linke Fuß. Besucher der Universität glauben, dass sie es mit einem Studentenbrauch zu tun haben und langen ebenfalls fleißig hin.

Die Statue St. Peters in der St.-Peter-Basilika in Vatikanstadt teilt dieses Schicksal - wie so manche andere bronzene, steinerne oder marmorne Figur auf dieser Welt.