Basta! Länger wollte Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD die Diskussion, die zurück zu den Anfängen zu führen schien, augenscheinlich nicht dahinplätschern lassen. So ließ er zumindest mit einem Beschluss zur Oberfläche im Gestaltungsgebiet oberhalb des Baches der Sache ein Ende setzen. Auch wenn sich der Bauausschuss nun noch einmal über weitere Gestaltungsdetails den Kopf zerbrechen muss.

Die Weide dürfte der vorerst letzte Abschnitt der Städtebausanierung sein. Die Arbeiten am finalen Bauabschnitt gehen ihrem Ende entgegen und es gilt, einen kleinen, aber besondern Bereich zu gestalten: den Bereich, in dem der verrohrte Bach wieder ans Tageslicht kommt. Weil früher in der Weide viele Weiden standen, war in einer vorherigen Sitzung angeregt worden, in der Weide auch wieder Weiden zu pflanzen.

Das ist allerdings gar nicht so einfach, wie die Ausführungen des Bauleiters zeigten. Klaus Täuber machte deutlich, dass hier kaum Pflanzmöglichkeiten bestünden. Insbesondere deshalb nicht, weil viele Leitungen im Untergrund liegen und laut Vorschrift jeweils 2,5 Meter Abstand einzuhalten sind.

Um die Weide dennoch in die Weide zurückzubringen, könnte ein lebendes Weidengeflecht auf der Fläche über dem Bach gepflanzt werden. Die Idee an sich fanden die Ratsmitglieder nicht schlecht, allerdings gefielen die konkreten Pläne (Ansichten) dazu nicht. Neben dem tunnelartigen Geflecht und Sitzblöcken wollte Täuber den Platz mit LED-Strahlern gestalten.

Auch weil die Kreisfachberaterin für die Gestaltung dieses Bereichs einen wassergebundenen (also wasserdurchlässigen) Untergrund empfohlen hatte, hatte Täuber dies in seinen Entwurf eingearbeitet.

Nur den Untergrund festgelegt
"Platzgestaltung hat sehr viel mit Geschmack zu tun." Diese Bemerkung schickte Bürgermeister Joneitis der Diskussion voraus. Letztlich waren die Geschmäcker dann so verschieden, dass Joneitis zumindest die Art des Untergrundes per Beschluss festlegen ließ: Wassergebunden, wird die Fläche auf der Basis einen 8:7-Beschlusses. Mit weiteren Ausführungsdetails soll sich nun der Bauausschuss befassen.

Während die Entscheidungsfindung hier wohl noch etwas dauern wird, soll im Gemeindeteil Staffelbach die Kanalsanierung beginnen. Eine Kanalbefahrung hatte die Schwachstellen aufgedeckt. Max Brust vom Ingenieurbüro Weyrauther erinnerte an die Ergebnisse und daraus resultierende Empfehlungen.

Bürgermeister Joneitis resümierte, dass man bereits übereingekommen sei, die Sanierung nach Kassenlage vorzunehmen. "Heuer möchten wir 200 000 Euro in den Haushalt reinpacken." Um alle erforderlichen Sanierungsarbeiten zu erledigen, werden etwa 1,2 bis 1,4 Millionen Euro fällig laut einer aus dem Jahre 2009 stammenden Berechnung.

Von dem knapp sechs Kilometer langen Kanalnetz in Staffelbach müssen 945 Meter ausgetauscht werden. Bei 587 Metern genügt eine Sanierung mittels Inlinerverfahren, wo, vereinfacht dargestellt, ein Schlauch eingezogen wird. Auf 3878 Metern sind Einzelschäden zu beheben. Bei 1386 Metern Kanal besteht kein Handlungsbedarf.

Fragen zum Verfahren
Nachfragen betrafen das Inlinerverfahren. Konventionelle Kanäle haben laut Brust eine Lebensdauer von 100 Jahren, Inliner sollen 50 Jahre halten, wobei es hier noch keine Erfahrungswerte gibt. Auf jeden Fall hätten Inliner den Vorteil, dass die relativ neue Weinbergstraße nicht aufgeschnitten werden muss. Denn diese Ortsstraße ist als die mit dringendstem Handlungsbedarf klassifiziert. Mit ihr soll in Staffelbach demnach auch die Kanalsanierung beginnen. Die Frage nach der Bauzeit beantwortete Brust: "In sechs bis sieben Wochen muss das passiert sein." Befürchtungen, die Kosten können seit 2009 gestiegen sein, versuchte er mit diversen in die Berechnung eingebauten "Puffern" zu entkräften. Geschlossen stimmte das Gremium dafür, dass das Ingenieurbüro die für den ersten Sanierungsabschnitt nötigen Schritte einleitet.