Nach fast 15-jähriger Amtszeit wurde der Leiter des Vermessungsamts in Bamberg, Peter Jaskiola, in der "Oddset Sports Lounge" der Stechert-Arena in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig wurde Uwe Wagner als sein Nachfolger eingeführt.

"Zugegeben, großartige Pläne für die Zukunft habe ich noch keine gemacht. Aber eines ist sicher: Ich werde meiner Wahlheimat Bamberg treu bleiben", erläutert Jaskiola. Denn obwohl er in München geboren wurde und dort auch studiert hatte, fühlt er sich doch inzwischen als "waschechter Oberfranke". "Nach meinem Studium der Geodäsie, kam ich 1975 nach Wunsiedel, wo ich 19 Jahre als stellvertretender Amtsleiter tätig gewesen war", berichtet der 65-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Abgesehen von einer vierjährigen Unterbrechung blieb er bis 1997 dort im Fichtelgebirge, ehe er dann als Amtsleiter nach Bamberg versetzt wurde.
In Bamberg zählt er zu den wichtigsten Veränderungen in seiner Amtszeit unter anderem die Einführung der Elektronischen Datenverarbeitung vor rund zehn Jahren. Hierbei wurden nicht nur neue Medien wie Internet sowie moderne Bürokimmunikationen in Betrieb genommen, sondern auch das gesamte vorliegende Kartenwerk digitalisiert, erinnert er sich. "Damit hat sich unser Alltag völlig verändert. Leider ist damit auch ein großer Stellenabbau einhergegangen und unsere Personalstärke reduzierte sich von 65 auf 47 Beschäftigte", schildert der angehende Ruheständler.

Ein besonders wichtiger Meilenstein seiner Amtszeit sei jedoch die Verwaltungsreform im Jahr 2007 gewesen. Hier musste Bamberg zwar seine Außenstelle in Ebern nach Schweinfurt abgeben, bekam dafür aber die Dienststelle Forchheim hinzu. "Dies war ein echter Gewinn für beide Dienststellen. Denn durch die Zusammenlegung können wir nun ganz unbürokratisch Auftragsspitzen, die immer wieder einmal in einer der beiden Städte vorkommen, flexibel abfangen."

Die Hauptaufgabe des Vermessungsamtes sehen Peter Jaskiola und sein Nachfolger Uwe Wagner in der Fortführung und Pflege des Liegenschaftskatasters. "Dieses ist der einzige, ständig aktualisierte und flächendeckende Nachweis aller Liegenschaften in Bayern", erläutert Jaskiola.

Hier würden sämtliche Grundstücke und Gebäude in den beiden Städten und Landkreisen Bamberg und Forchheim beschrieben und grafisch dargestellt. Es gebe Auskunft über Gestalt, Größen und örtliche Lage der Liegenschaften sowie über die Art und Abgrenzung der Nutzung. "Das Besondere und das Schöne an unserem Beruf ist, dass wir viel draußen vor Ort sind, um beispielsweise Vermessungen durchzuführen", erklärten die beiden unisono.

Und ganz egal, ob beim Bau einer neuen Straße, eines Kanals oder einer Eisenbahntrasse - das Vermessungsamt ist immer vor Ort. Beide sehen das Amt auch mehr als Dienstleister für die Menschen, Institutionen oder Kommunen, dann als Behörde. "Obwohl die breite Öffentlichkeit oftmals weder unsere Dienststelle an der Schranne noch unsere Arbeit kennen, sind wir doch maßgeblich an vielen Prozessen beteiligt. Ich sage daher immer: wir sind eben eine Pflanze, die im Verborgenen blüht", resümiert der ehemalige Amtsleiter.

Das Bamberger Vermessungsamt leitet inzwischen Uwe Wagner. Der 1962 in Maxhütte-Haidhof in der Oberpfalz Geborene absolvierte sein Studium Vermessungswesens an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg. "Als Hauptmann a.D. verließ ich aber die Bundeswehr, weil ich noch etwas ganz anderes machen wollte und so kam ich 1995 an die Bezirksfinanzdirektion in Augsburg, wo ich an der Entwicklung für Softwareprogramme für den Personalbereich mitwirkte", schildert Wagner.

Über verschiedene weitere Aufgabengebiete unter anderem beim Bayerischen Staatsministerium der Finanzen in München oder der Bezirksfinanzdirektion München wurde er 2007 Leiter des Vermessungsamtes in Schweinfurt, ehe er im Oktober letzten Jahres nach Bamberg wechselte.

Und welche Visionen hat er für sein neues Amt? "Ich denke diese müssen sich erst im Laufe der Zeit entwickeln. Zuerst einmal war es mir wichtig eine Bestandsaufnahme zu machen. Dabei habe ich festgestellt, dass es im Amt gut läuft und die Mitarbeiter engagiert mitarbeiten", betont der neue Amtsleiter. Auch wolle er nicht die Kernaufgaben des Amtes aus den Augen verlieren.