Pünktlich zum Sommeranfang macht sich die erste Hitzewelle des Jahres in ganz Deutschland breit. Bis am Donnerstagabend Gewitter eine Atempause bringen, steigen die Temperaturen auf 30 Grad und mehr. Das unterfränkische Kitzingen könnte einmal mehr der Hotspot in Bayern sein: Hier könnte das Thermometer auf 37 Grad klettern.

Auf der Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind Bayern und Baden-Württemberg lila eingefärbt: Die Meteorologen erwarten am Mittwoch und am Donnerstag eine starke Wärmebelastung und vielerorts eine ungewöhnliche hohe UV-Strahlung. "Das liegt daran, dass die Sonne zum Zeitpunkt der Sommersonnenwende ihren höchsten Punkt über Deutschland erreicht und bei der aktuellen Hochdruck-Wetterlage von Aufgang bis Untergang ungetrübt vom Himmel brennt", sagt ein Sprecher des DWD.
Die Hitzewelle verschärft die Wassernot, die in vielen Regionen Frankens seit Monaten herrscht und durch die Niederschläge im Frühjahr kaum gemildert wurde. Die Grundwasserpegel in Ober- , Unter- und Mittelfranken melden niedrige oder sehr niedrige Werte, in vielen Bächen und kleinen Flüssen fließt kaum noch Wasser. Einzig am Main werden normale Werte gemessen. Hier wirken die Staustufen und die Überleitung von Wasser aus dem Donau-Gebiet regulierend.


Glutofen über Spanien

Engpässe bei den Wasserversorgern gibt es in absehbarer Zeit trotzdem nicht. Kritisch könnte die Lage in einigen Regionen Frankens werden, wenn der Sommer sich an dieser Juni-Woche ein Beispiel nimmt und insgesamt zu warm und zu trocken ausfällt. Prognosen dazu gibt es, aber sie gelten unter Fachleuten als wenig seriös.
Ein Indiz dafür, dass es in Deutschland einen überdurchschnittlich warmen Sommer geben könnte, ist die Gluthitze, die seit Tagen über Spanien und Portugal herrscht.

Diesen Glutofen hat Hoch "Concha" angezapft. "Es weht direkt heiße Sommerluft aus Spanien und Portugal zu uns, wo bereits 40 bis 45 Grad im Schatten gemessen werden", sagt Wetter-Experte Dominik Jung vom Internet-Portal wetter.net. Da ein Ende der Hitzewelle über Südwesteuropa nicht abzusehen ist, besteht eine größere Wahrscheinlichkeit, dass heiße Luft immer wieder nach Deutschland schwappt.Einen Fingerzeig für den Sommer 2017 wird der Zeitraum Ende Juni/Anfang Juli geben. Das Wetter rund um den Siebenschläfertag (27. Juni) bleibt in Süddeutschland mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent bestimmend für die kommenden (sieben) Wochen.


Trockener als 2003/1976

Was Sonnenanbeter freut, treibt Land- und Forstwirten die Sorgenfalten auf die Stirn. Die Trockenheit macht vielen Feldkulturen zu schaffen, Bäume stehen unter Stress. Das Landesamt für Umwelt meldet von vielen Wetterstationen in Franken Werte, die denen der Trockenjahre 2003 und 1976 nahe kommen. In Meeder und Bad Rodach (Oberfranken) hat es in den letzten zwölf Wochen sogar weniger geregnet als 1976 und 2003: 93 Liter pro Quadratmeter (110/104). Normal wären in diesem Zeitraum fast 200 Liter.
Erste Folge des möglichen Supersommers 2017: In ganz Franken herrscht hohe Waldbrandgefahr. Der DWD meldet großräumig die vierte von vier Warnstufen, in einigen Teilen Unter- und Mittelfrankens wird sogar Stufe 5 erreicht - schon ein Funke kann da zur Katastrophe führen