In Unterfranken hat ein Tornado eine Schneise der Verwüstung hinterlassen - und das sieht man Kürnach im Kreis Würzburg einen Tag nach dem Unwetter auch deutlich an. Doch zumindest konnte Landrat Eberhard Nuß den am Donnerstag ausgerufenen Katastrophenfall am Freitag dann für beendet erklären. Das teilt das Landratsamt Würzburg in einer Pressemeldung am frühen Nachmittag mit.


Sturm bei Würzburg: Spur der Verwüstung ist 1000 Meter lang

Die meisten Schäden richtete der Tornado links und rechts der Prosselheimer Straße - Höhe Theodor-Heuß-Straße - auf einer Breite von rund 100 Metern und einer Länge von etwa einen Kilometer an. Hauptsächlich bestanden diese aus abgedeckten Dächern. Aber auch Bäume sind umgestürzt, Gartenhäuser wurden zerstört und die herumfliegenden Gegenstände hätten ebenfalls Schäden verursacht, so das Landratsamt.

Insgesamt mussten die Feuerwehren an 80 Einsatzstellen anrücken. 53 Häuser wurden zum Teil schwer beschädigt. Menschen wurden nicht verletzt.



Am Donnerstag um 20 Uhr hatte Landrat Nuß den Katastrophenfall (K-Fall) ausgerufen. "Gestern Abend waren vor Ort Bedingungen anzutreffen, die die Feststellung des K-Falls unabdingbar machten", heißt es in der Mitteilung. Dadurch übernimmt auch der Freistaat Bayern die entstandenen Aufwendungen der Katastrophenschutzbehörde und der verpflichteten Stellen, wie Feuerwehren, Rettungsdienste und Polizei.

Der Tornado war am Donnerstag gegen 17 Uhr über Kürnach gezogen. Die Einsatzkräfte waren etwa bis Mitternacht noch im Einsatz. Danach gab die Feuerwehr die verwüstete Kreisstraße wieder für den Verkehr frei, berichtet Kreisbrandrat Michael Reitzenstein.
30 Einsatzkräfte der Rettungsdienste waren vor Ort, dazu fünf Beamte der Polizei. Die meisten Einsatzkräfte stellten die Feuerwehren Kürnach, Estenfeld, Prosselsheim, Mühlhausen, Oberpleichfeld, Veitshöchheim, Rottendorf und die Berufsfeuerwehr sowie die Feuerwehrschule Würzburg: Insgesamt waren 130 Feuerwehrleute im Einsatz.

Wie hoch der Schaden am Ende sein wird, konnte der Kreisbrandrat zuvor nicht beziffern. "Weil es so viel ist." In den kommenden Tagen werden die Aufräumarbeiten im Vordergrund stehen, sagte er.


Der Deutsche Wetterdienst hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass es für Teile Frankens Warnungen vor "markantem Wetter" gebe.

Kurz nach 17 Uhr erreichte die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken der Notruf eines Zeugen. Er gab an, dass das Dach einer Halle aufgrund starken Windes abgedeckt worden wäre. Unverzüglich alarmierte die Polizei die Integrierte Leitstelle und mehrere Streifen, die örtlichen Feuerwehr und der Rettungsdienst rückten aus. Das bestätigte die Polizei.

"Es ist eine einzelne kleine Zelle gewesen", erläuterte ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD). "Es gab einige Schauer, die unterwegs waren, auch mal kräftigere Schauer, aber dieses eine Gewitter hat sich ausgehend vom Main-Kinzig-Kreis in Hessen gebildet und ist dann Richtung Würzburg weitergezogen."
Da das Gewitter zunächst auch innerhalb Unterfrankens noch weiterzog, bestanden vorübergehend noch Warnungen für Regionen in der Nähe wie Kitzingen und Neustadt/Aisch. Die Experten rechneten aber damit, dass sich das Gewitter schnell abschwäche.

mit dpa