Der Januar ist noch nicht vorbei, aber die ersten wichtigen Termine für die Forstwirtschaft haben schon stattgefunden: Mit der jährlichen Laubwertholzsubmission in Pretzfeld und der Nadelwertholzversteigerung in Litzendorf steht der Januar immer ganz im Zeichen des Holzes.

Während bei der Submission so genannte stille Gebote für Laubwertholz abgegeben werden, wird Nadelholz in einer offenen Versteigerung vermarktet. Mit 857 Euro pro Festmeter war eine Eiche in diesem Jahr Spitzenreiter, die teuerste Fichte schlug mit 350 Euro pro Festmeter zu Buche. Käufer sind Inhaber von Furnierwerken, Sägewerken und Privatleute, wobei das Holz vorwiegend in Franken bleibt.

In Litzendorf wurden insgesamt 170 Festmeter Nadelholz wie Fichte, Kiefer, Lärche und Douglasie veräußert. Mit einem durchschnittlichen Erlös von 186 Euro pro Festmeter über alle Holzarten hinweg liegt das Ergebnis 6 Prozent über dem Vorjahr. Beim Laubholz - zum Verkauf standen 415 Festmeter - war in Pretzfeld das Angebot größer als im letzten Jahr; bei Eiche und Buche wurden bis zu 12 Prozent höhere Preise erzielt als 2015.


"Die Kiefer läuft"

Gestiegen ist in diesem Jahr auch die Zahl der Interessenten, konstatiert Konrad Schneider, stellvertretender Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten Forchheim. Die potenziellen Käufer konnten die "Filetstücke des Waldes" in Strullendorf am Sammelplatz vorab besichtigen. Versteigert wurde feinjähriges, astreiniges und hochwertiges Holz, erstmals nur aus Mittel- und Oberfranken. Konrad Schneider ergänzt: "Das ist vor allem positiv für Forchheim, das besonders für seine schönen Kiefern bekannt ist. Diese laufen nämlich trotz der eher negativen Erwartungen dieses Jahr gut."

Dass die Kiefer so rege nachgefragt wird, freut auch die Forstwirtschaftliche Vereinigung Oberfranken. Der Verband, kurz FVO, bildet mit rund 21 000 Waldbesitzern und 144 000 Hektar Wald die Dachorganisation und Interessenvertretung aller 16 Waldbesitzervereinigungen in Oberfranken.

Forstwirtschaft und NaturschutzDa Oberfranken mit 40 Prozent Waldfläche als Holz- und Waldland gilt, ist der Stellenwert der FVO in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, erläutert Heinrich Rudrof, Erster Vorsitzende der FVO. Rudrof ist davon überzeugt, dass jeder einzelne Waldbesitzer einen wertvollen Beitrag für die nachhaltige Holzwirtschaft liefert.

So seien die Waldbesitzer einerseits für die Versorgung mit Rohstoffen und Energie zuständig. Es liege aber auch in ihrer Verantwortung, Natur, Umwelt und die Erholungsfunktion des Waldes zu pflegen und zu schützen. Rudrof macht deutlich: Wer denkt, Holzwirtschaft und Naturschutz seien Gegensätze, sei definitiv auf dem Holzweg. "Unter dieser Devise handelt die FVO: schützen und nützen. Waldwirtschaft schließt Naturschutz nicht aus."

Oftmals gäbe es Skepsis gegenüber menschlichen Eingriffen im Wald und sogar Angst, die Natur könne bedroht werden. In Wahrheit aber werde Naturschutz durch die forstwirtschaftliche Nutzung gefördert, ja erst möglich gemacht, unterstreicht Matthias Holzmann, der Geschäftsführer der Holzvermarktung. "Es werden neue, hochwertige Bereiche geschaffen, die für gefährdete Pflanzen frischen Lebensraum bieten."

Die FVO steht allen Waldbesitzern mit Rat und Tat zur Seite. "Mittlerweile gibt es ein großes Spektrum an Dienstleistungen wie gemeinsamen, günstigen Pflanzenanbau, Vermarktung und auch Waldverkauf und Öffentlichkeitsarbeit", so Michael Kreppel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

"Wald, Forst und Holz ist derzeit in aller Munde, nicht zuletzt wegen diverser Aktionen der letzten Jahre. Das Interesse nimmt definitiv zu", fügt Heinrich Rudrof an. "Deshalb müssen Waldbesitzer sich kümmern und fortbilden."
Dafür bietet die Vereinigung ein Bildungsangebot mit mehreren Grundkursen, in denen Kenntnisse und Tipps zur Waldverwaltung und -bedeutung vermittelt werden. "Diese erfreuen sich vor allem in letzter Zeit an großer Beliebtheit", sagt Heinrich Rudrof.
"Die FVO stellt auch eine Möglichkeit dar, um günstig Ausrüstung für das eigene Waldgebiet zu erwerben. Denn es ist besonders wichtig, die Wälder weiter zu bewirtschaften und ein Zukunftsdenken zu entwickeln", berichtet Wolfgang Schultheiß, der Zweite Vorsitzende. "Dass Bäume gepflanzt und somit neue Wälder begründet werden, ist nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für den Naturschutz eine gute Sache."