Dass die einfache Dorferneuerung in Ketschendorf so erfolgreich abgeschlossen werden konnte, ist unter anderem den unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden und dem unermüdlichen Engagement der Ketschendorfer Bürger zu verdanken. Großen Dank zollte Buttenheims Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU) auch dem örtlichen Gemeinderat Sigurd Disch (WG Ketschendorf), bereits seit 2002 Marktgemeinderat, der "sehr viel Herzblut, gute Ideen und sein berufliches Wissen und Können in dieses Projekt hat einfließen lassen", wie er es bei einem Termin vor Ort formulierte.


Viel Überzeugungsarbeit

Im Juli 2008 beschloss der Marktgemeinderat Buttenheim einstimmig, eine einfache Dorferneuerung in Ketschendorf durchzuführen. Vom ersten Ortstermin mit den Vertretern des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE) bis zur Bewilligung des Zuwendungsantrags mussten viele Gespräche geführt, Überzeugungsarbeit geleistet und Kompromisse eingegangen werden. Doch das Ergebnis spricht für sich: Es kam zur Neugestaltung des Platzes beim bestehenden Buswartehäuschen, zur Sanierung des ehemaligen Kühlhauses zu einem Gerätehaus für die Dorfgemeinschaft und zur Schaffung eines zentralen Dorfplatzes östlich der "Alten Schule" mit Gestaltungsmaßnahmen im Bereich der Kreisstraße. Dabei wurde unter anderem die Engstelle beim Answesen vor der Hausnummer 20 entschärft. Für Gemeinderat Disch ist es besonders wichtig, "dass insbesondere der Schulbusverkehr und die Situation für die Schulkinder jetzt viel sicherer geworden ist".

Eine Dorferneuerung soll zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebens- Wohn- und Umweltverhältnisse auf dem Land dienen. Insbesondere städtebaulich unbefriedigende Zustände will man damit korrigieren. Quasi als "Domino-Effekt" werden damit auch immer weiter Projekte mit angestoßen. So konnten in Ketschendorf Grundstückseinfahrten neu strukturiert werden und es gab darüber hinaus auch Zuschüsse für Privatleute vom Amt für ländliche Entwicklung für Sanierungs- bzw. Verbesserungsmaßnahmen.

Zu einer deutlichen Verbesserung der dörflichen Infrastruktur kam es darüberhinaus schon vor der Dorferneuerung mit der Sanierung und dem Umbau der ehemaligen Alten Schule zum Dorfgemeinschaftshaus. Während der Maßnahme folgte die Errichtung des neuen Feuerwehrgerätehauses und der Fassadensanierung der Kapelle. Die Ketschendorfer Feuerwehr verfügt nun über ein eigenes Gebäude am Standort der ehemaligen Nüßlein-Scheune. Auch hier wurden viele ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet, sodass die Einweihung im September 2014 stattfinden konnte.


Viele fleißige Helfer

Für die Gemeinde Buttenheim blieb ein Kostenanteil von rund 90 000 Euro. Die Fassadenarbeiten für die Kapelle betrugen 9447,58 Euro, wobei der Kapellenverein zehn Prozent der Kosten übernommen hatte. Für das Dorfgemeinschaftshaus, mit Kosten für die Kommune von 274 000 Euro, haben die Ketschendorfer rund 5500 ehrenamtliche Stunden geleistet und es ist ein kleines Schmuckstück aus der ehemaligen Schule geworden. Mit viel Liebe zum Detail sind hier von 2003 bis 2012 Multifunktionsräume für die Dorfgemeinschaft entstanden, die für viele gesellige Anlässe, VHS-Kurse, Familienfeiern und ähnlichem genutzt werden können.

Bereits im Vorfeld war die Kreisstraße durch Ketschendorf saniert worden. Gleichzeitig kam es zur Verbesserung und Erneuerung der gesamten Ortskanalisation. Für Ketschendorf wurde dabei ein Trennsystem ausgeführt. Die Schmutzwasserleitung verlegte man entlang der Gemeindeverbindungsstraße bis zum Hauptsammler zwischen Dreuschendorf und Buttenheim. Die Wasserversorgung wurde an das Leitungssystem der Eggolsheimer Gruppe angeschlossen.

Für Gemeinderat Sigurd Disch ist die Maßnahme "Dorferneuerung" allerdings noch nicht abgeschlossen. Er hat noch weitere Ideen und Pläne, denn das Dachgeschoss soll fertig ausgebaut werden. Hier wird ein großer Raum für die dörfliche Jugend entstehen.