Bald werden einige Gärten in und um Bamberg noch mehr Strahlkraft haben. Gestern nämlich fand die Versteigerung von 16 Leuchten statt, die seit 1977 am Obstmarkt und Grüner Markt standen. Rainer Güthlein von der Stadtverwaltung zeigte sich dabei in einer neuen Rolle. Als Versteigerer bot er jede von ihnen zum Einstiegspreis von 15 Euro an - klingt nach nicht viel Geld, doch wie Güthlein vorher betonte, müssen die Käufer dafür auch selbst den Abtransport der über 200 Kilogramm schweren Leuchter organisieren.

Für 15 Euro zugeschlagen

Aber wer kauft überhaupt solch eine Riesen-Lampe (entworfen von dem Architekten Winkler)? Viele Interessenten kamen zum Treffpunkt für die Versteigerung am Obstmarkt und verfolgten die muntere Auktion. "Zum ersten, zum zweiten, zum dritten - die erste Leuchte geht an diesen Herren", sagte Güthlein und zeigte auf den Käufer. Es handelte sich um den Bamberger Stadtrat Michael Bosch (BR). "Ich weiß zwar noch nicht, wohin mit den Lampen, aber da wird sich bestimmt ein Platz finden", gestand er. Ute Friedemann-Hildebrand von der zentralen Vergabestelle der Stadt notierte sich seine Personalien, damit der Kauf auch abgewickelt werden kann. Vor Jahren hatte der Stadtrat schon Teile des früheren Röhrenbrunnens gekauft. "Solche Stücke sind Unikate und haben daher ihren speziellen Wert", fügte Bosch an.

Sechs Meter hohe Laternen

Mit dieser Ansicht war er nicht allein. Robert Mirwald stand zusammen mit seinem Hund Oscar in der Fußgängerzone und lauschte gespannt der ungewöhnlichen Versteigerung. Drei Mal hob er die Hand, drei Mal gab Auktionator Güthlein ihm daraufhin den Zuschlag. Die großen Lampen (jede sechs Meter hoch und mehr als 2,5 Meter Durchmesser) ziehen um. "Die kommen in meinen Garten, dort ist Platz genug", meinte Mirwald. So ein bisschen Innenstadt-Flair soll die 700 Quadratmeter große grüne Oase des Fahrschulen-Inhabers ins rechte Licht setzen. Von einem Elektriker besorgte er sich auch Infos, damit die Winklerleuchte so richtig strahlt: "In die Lampenschirme werde ich farbige LED-Bänder einbauen, das gibt noch bessere Effekte. Mir haben diese Straßenlampen schon immer sehr gut gefallen. Früher schimpften viele Bamberger, als sie installiert wurden und meinten Igitt. Das habe ich nie verstanden." Bis Mirwald aber seine neue Gartenbeleuchtung abholen kann, werden noch einige Wochen vergehen, bis der endgültige Abbau durch die Stadtwerke erfolgt.

Reinigung ist nötig

Klar ist, dass die guten Stücke eine ordentliche Reinigung benötigen. Denn Schmutz, Staub und Moos hat die markanten Kunststoff-Schirme ziemlich unansehnlich gemacht. Aber echte Fans schreckt das nicht. Ernst Schmidt etwa griff ebenfalls zu. Er erstand zwei Exemplare. "Für mich und für meinen Schwager", sagte er stolz. Nach nicht einmal 30 Minuten war die Versteigerung auf jeden Fall beendet. Elf Lampen konnten verkauft werden. "Das ging wirklich rasch", fand Güthlein. Und dank der Auktion steht auch fest, dass der einzigartige Glanz der Winklerleuchten Bamberg erhalten bleibt - zumindest in einigen Gärten.