Das erzbischöfliche Ordinariat ist sauer: Da hat Ludwig Schick ein schadstoffarmes Elektroauto, einen BMWi3 mit nur 13 Gramm CO 2 -Ausstoß pro Kilometer! Und dann bekommt er beim Dienstwagencheck trotzdem eine "Gelbe Karte" von der Deutschen Umwelthilfe. Das Erzbistum fühlt sich falsch verstanden, falsch bewertet und das nicht zum ersten Mal.

Jedes Jahr untersucht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Motorisierung, Spritverbrauch und CO 2 -Emissionen der Dienstwagen kirchlicher Würdenträger. Beim CO 2 legt die DUH den Wert von 130 Gramm pro Kilometer zugrunde, einen EU-Grenzwert, der eigentlich für Neuwagenflotten gilt.


Protestanten fahren CO 2 -ärmer

Nach dieser Bewertung hat die DUH heuer 23 "Grüne Karten" vergeben, wie DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch gestern erklärte. 16 davon entfallen auf evangelische Bischöfe, Kirchenpräsidenten und Landessuperintendenten, nur sieben gingen an katholische Bischöfe.

Außerdem wurden 17 "Gelbe Karten" und sieben "Rote Karten" vergeben, wobei nur katholische Kirchenmänner "Rot" sahen. Den letzten Platz auf der DUH-Liste der größten CO 2 -Sünder belegt - wie schon in den vergangenen beiden Jahren - der katholische Bischof Franz-Josef Overbeck aus Essen. Sein neu angeschaffter VW Phaeton stößt der DUH zufolge 224 Gramm CO 2 pro Kilometer aus.Die Protestanten hatten beim Dienstwagencheck wieder die Nase vorn. Das war bisher immer so.


Bischofs-Limousine fällt durch

Allerdings gibt es auch vorbildliche katholische Würdenträger: Diözesanadministrator Andreas Kutschke vom Bistum Dresden-Meißen und der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann teilen sich mit nur nur 99 Gramm pro Kilometer den ersten Platz.

Das Bistum Bamberg sähe sich gern in dieser Reihe, gehört doch zum Selbstverständnis der Bamberger Kirche ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur. "Als Kirche von Bamberg sind wir uns der Verpflichtung zur Bewahrung der Schöpfung bewusst", hatte Schick erklärt, als vergangenes Jahr Elektroautos angeschafft wurden. Dass das Erzbistum trotz seines Bekenntnisses zur E-Mobilität beim Dienstwagencheck wieder "gelb" bekam, liegt an Schicks Limousine, einem BMW530d. Der Dienstwagen hat einen Abgaswert, der mit 134 Gramm pro Kilometer nun einmal über dem Grenzwert liegt.


Erzbistum will Klima schützen

Das Ordinariat betont, dass meist ein anderer Wagen, eben das schadstoffarme Elektroauto mit nur 13 Gramm CO 2 pro Kilometer, genutzt werde. Das Erzbistum wolle seinen "Beitrag leisten, den CO 2 -Ausstoß zu minimieren und helfen, der Klimaerwärmung entgegen zu wirken." Doch dies hat die Deutsche Umwelthilfe nur in einer Fußnote erwähnt.

Die Pressestelle des Ordinariats teilt mit, dass auch mehrere E-Bikes als Dienstfahrzeuge angeschafft worden seien, dass Schick selbst privat einen VW Golf fahre - doch die "Gelbe Karte" bleibt. Das Ordinariat ist verschnupft und die Pressestelle erklärt, man behalte sich vor, sich künftig nicht mehr an der Umfrage der Deutschen Umwelthilfe zu beteiligen.


Vorwurf geschönter Abgaswerte

Die DUH sieht gerade die Kirchen als moralische Instanzen in der Pflicht. DUH-Geschäftsführer Rensch betonte die Bedeutung der CO 2- Werte für die Umwelt und sprach im Zusammenhang mit der VW-Abgasaffäre auch über neue Vorwürfe an Autobauer Opel. Das Fernsehmagazin "Monitor" hatte berichtet, dass Verbrauch und CO 2 -Emissionen beim Opel Zafira Diesel im Schnitt um 15 Prozent über den offiziellen Angaben des Herstellers lägen. Opel weist die Vorwürfe zurück. Die DUH war allerdings zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Deshalb weist Rensch darauf hin, dass es bei solchen Enthüllungen nie bei einem Fahrzeugmodell geblieben sei. Opel müsse erklären, wie viele Fahrzeuge tatsächlich aus welchen Baujahren mit diesen erhöhten CO 2 -Werten unterwegs seien.